VW: Keine unzulässige Abschaltsoftware in neueren Dieseln

Einstellen Kommentar Drucken

Der VW-Konzern wollte sich zu den Dokumenten nicht direkt äußern, da es sich um vertrauliche Dokumente handle, so ein VW-Sprecher.

Volkswagen ist neuen Vorwürfen zur Manipulation von Dieselabgasen entgegengetreten. "Das Kraftfahrt-Bundesamt hat zu diesen Modellen bereits in 2016 eigene Messungen, Untersuchungen und Analysen durchgeführt", erklärte das Ministerium am Donnerstag. Der VW-Sprecher erklärte hingegen, Prüfstands- oder Zykluserkennung seien nicht automatisch eine Manipulation.

Die VW-Motorreihe "EA 288", gegen die sich die Vorwürfe richtet, ist der Nachfolger des Motors "EA 189", der im Zentrum des ersten Dieselskandals stand. Demnach soll der möglicherweise manipulierte Diesel-Motor in hunderttausenden Autos verwendet worden sein. Auch bei verschiedenen Modellen von Audi, Skoda und Seat kommt dieser Motor zum Einsatz.

Ein Gerichtsverfahren über mögliche manipulierte Abgaswerte auch beim VW-Motor EA288 läuft bereits. Auch das Bundesverkehrsministeriums stellt keine illegalen Abschalteeinrichtungen fest.

Der Autobauer reagierte damit auf einen Bericht des SWR. Schon damals kam VW "nach gründlicher Prüfung" zu dem Ergebnis, dass in beiden EA288-Varianten - mit Euro 6 und der früheren Abgasnorm Euro 5 - "keine Software verbaut ist, die eine unzulässige Abschalteinrichtung im Sinne der Gesetzgebung darstellt". Dabei zitiert der Sender aus einer technischen Beschreibung des Dieselmotors EA288, in der von der "Nutzung und Erkennung" des neuen EU-Abgastests die Rede ist, "um die Umschaltung der Rohemissionsbedatung streckengesteuert auszulösen". Er regierte damit auf einen Bericht des SWR, nach dem auch in neuere Diesel-Motoren mit der Abgabsnorm Euro 6 eine Software eingebaut sei, die erkenne, ob sich das Fahrzeug auf einem Prüfstand befindet, eine so genannte "Zykluserkennung". Dagegen wird im normalen Fahrbetrieb auf der Straße viel weniger AdBlue verwendet. Er wird in einem von der EU gesetzlich vorgeschriebenen Verfahren ermittelt.

Nach einer vorläufigen Einschätzung der Kommission haben sich die Hersteller abgesprochen "mit dem gemeinsamen Verständnis, dass sie dadurch den AdBlue-Verbrauch und die Wirksamkeit der Abgasreinigung begrenzten". Betroffen ist vor allem der Dieselmotor EA 288. Es wäre "ein Paukenschlag, wenn sich jetzt bewahrheitet, dass VW auch bei Euro 6-Dieseln munter weiterbetrogen hat", sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

In solchen "Fahrkurven" werden bestimmte Eigenschaften eines Autos so eingestellt, dass sich prinzipiell auch erkennen lässt, ob ein Test läuft.

In internen VW-Unterlagen der Abteilung technische Entwicklung von Ende 2015 wird detailliert beschrieben, wie die sogenannte "Zykluserkennung" bei diesem Motor funktioniert, berichtet tagesschau.de. Das Gutachten dazu steht allerdings derzeit noch aus und solle erst in mehreren Monaten vorliegen. Dies teilte das KBA dem Bundesverkehrsministerium mit. "Und deshalb wird der Diesel-Skandal weitergehen, so lange es Diesel bei uns gibt, das ist meine große Befürchtung".

Comments