Migration: Kirche will mit eigenem Schiff Flüchtlinge im Mittelmeer retten

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Die evangelische Kirche wolle "die zivile Seenotrettung nach Kräften unterstützen", sagte der EKD-Vorsitzende Heinrich Bedford-Strohm. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, informierte am Donnerstag in Berlin darüber, dass die evangelische Kirche gemeinsam mit etlichen weiteren Organisationen zusammen ein Schiff für diesen Zweck kaufen will. Die Entscheidung sei aber in der Kirchenkonferenz und im Rat der EKD "in großer Einmütigkeit getroffen" worden. Deshalb werde nun ein Verein für den Erwerb eines Schiffes gegründet. Das Sterben könne nicht hingenommen werden, betonte der EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm. Egal aus welchen Gründen Menschen in Lebensgefahr sind, bestehe die Pflicht zu helfen. "Wer Menschen vor dem Ertrinken rettet, darf nicht kriminalisiert werden". Es würden ganz konkret Menschen gerettet.

Die Kirche trete gleichzeitig für eine politische Lösung ein. Auch die Kriminalisierung von Seenotrettern müsse ein Ende haben. Es sei unverantwortlich, Menschen der sogenannten libyschen Küstenwache zu übergeben. Er verlangte zudem, dass die staatliche Seenotrettung im Mittelmeer wieder aufgenommen wird. "Die Kirche ist weder eine Reederei noch eine Rettungs-NGO", sagte Bedford-Strohm. Die Gründung solle in den kommenden Wochen vorbereitet werden. Es werde Monate dauern, bis das Schiff gekauft und umgebaut ist. Die EKD werde auch bei der katholischen Kirche darum werben, sich zu engagieren. Initiator war neben anderen der Europaparlamentarier Sven Giegold (Grüne). In dieser wurden die EKD und die Landeskirchen dazu aufgefordert, selbst ein Schiff zur Rettung von Menschen in Seenot ins Mittelmeer zu entsenden.

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