Von der Leyen will mit drei mächtigen Vizes arbeiten — Neue EU-Kommission

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Besonders brisant ist der Fall, weil das Land für die künftige EU-Kommission von Ursula von der Leyen nicht Pașcu, sondern die Politikerin Rovana Plumb nominiert hat.

Die drei geschäftsführenden Vizepräsidenten hätten eine "Doppelfunktion", sagte von der Leyen.

Timmermans ist bereits seit 2014 Erster Vizepräsident der Kommission unter Jean-Claude Juncker und zuständig für Nachhaltigkeit und Rechtsstaatlichkeit.

Der rumänische Platz in der Juncker-Kommission war durch die Wahl von Corina Crețu ins EU-Parlament freigeworden. Er ist als Kommissar gleichzeitig für Finanzdienstleistungen und die Kapitalmarktunion zuständig. Vorher war er von 2009 bis 2013 lettischer Regierungschef. Sie seien sowohl Vizepräsidenten als auch Kommissare.

Hinzu kommen fünf weitere Vizepräsidenten, die ressortübergreifend koordinierende Aufgaben wahrnehmen: Der Spanier Josep Borrell (Außenbeauftragter), die Tschechin Vera Jourova (Werte und Transparenz), der Grieche Margaritis Schinas ("Schützen, was Europa ausmacht"), der Slowake Maros Sefcovic (interinstitutionelle Beziehungen) und die Kroatin Dubravka Suica (Demokratie und Demografie).

"Ich möchte eine Kommission, die mit Entschlossenheit geführt wird, die sich auf die akuten Probleme konzentriert und Antworten liefert", sagte von der Leyen.

Grund für die scharfen Worte Webers ist die Absicht der rumänischen Regierung, den sozialdemokratischen Politiker Ioan Mircea Pașcu für nur wenige Wochen zum EU-Kommissar ernennen zu lassen. Die EU müsse dabei auch "Hüterin des Multilateralismus" sein. Der bisherige österreichische EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn war zuletzt für die Agenden Budget und Migration im Gespräch. Die Französin Sylvie Goulard ist für den europäischen Binnenmarkt zuständig.

Erstmals schafft von der Leyen nun auch einen Bereich "Verteidigungsindustrie und Raumfahrt", den gleichfalls Goulard leitet. Im Leitungsgremium ist jeder EU-Staat in der Regel mit einer Kommissarin oder einem Kommissar vertreten.

Bevor alle Nominierten ihre Posten antreten können, werden sie ab Ende September vom zuständigen Ausschuss des Europaparlaments angehört. Nach den Anhörungen im Europaparlament wird das Plenum über das gesamte Personalpaket abstimmen. Sie arbeitet mit einem Apparat von mehr als 30 000 Beamten, schlägt europäische Gesetze vor und achtet auf deren Einhaltung. Die neue EU-Kommission muss noch vom EU-Parlament bestätigt werden, sie soll ihre Arbeit am 1. November aufnehmen.

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