SUV-Unfall in Berlin: Polizei bittet um Videos und Hinweise

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Berlin. Nach dem schweren Verkehrsunfall in Berlin mit vier Toten hat sich die FDP gegen die anschwellende Kritik an Geländelimousinen (SUV) gestellt.

Der SUV war am Freitagabend von der Straße abgekommen. Die Deutsche Umwelthilfe hatte schon kurz nach dem Unfall einen Anti-SUV-Tweet abgesetzt, der für viel Aufruhr gesorgt hat.

Ob der 42-jährige Mann möglicherweise am Steuer einen Zusammenbruch oder einen Anfall erlitten haben könnte, will die Polizei nun auch mithilfe der Krankenakte des Fahrers klären. Dieses Jahr werden mehr als eine Million neu zugelassen. Im Juni stiegen die Neuzulassungen bei den Sportgeländewagen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6,2 Prozent auf rund 68.500 Fahrzeuge, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg am Freitag mitteilte.

In einem Gastbeitrag für die "Passauer Neue Presse" legte DUH-Chef Jürgen Resch nach: "SUVs sind nicht nur Klima-Killer, sondern auch ein Sicherheitsrisiko", sagte Resch. Vier Minuten lang schwiegen sie am Unfallort - je eine Minute für jedes Todesopfer. Auf Transparenten verlangten Teilnehmer "Motorisierte Gewalt stoppen", sie kritisierten "motorisierte Mordwerkzeuge". "Solche panzerähnlichen Autos gehören nicht in die Stadt", sagte Stephan von Dassel (Grüne) laut "Spiegel". Die Deutsche Umwelthilfe erklärte wörtlich: "SUVs haben in unseren Städten nichts zu suchen!" SUV seien "Klimakiller" und "auch ohne Unfall bedrohlich, jeder Fahrfehler wird zur Lebensgefahr für Unschuldige".

Nach Augenzeugenberichten, wonach der Wagen an der roten Ampel ausgeschert sei und wartende Autos überholt habe, bevor er auf den Gehweg gefahren sei, hatte es Mutmaßungen über den Zustand des Fahrers gegeben.

Der verkehrspolitische Sprecher der Berliner CDU-Fraktion Oliver Friederici (CDU), reagierte mit heftiger Kritik auf die Vorschläge. Der Sportgeländewagen knickte einen Ampelmast und mehrere Poller um, durchbrach einen Bauzaun und kam erst auf einem Baugrundstück zum Stehen.

"Man kann nicht einfach sagen: SUV ist grundsätzlich gefährlicher als ein Polo oder als ein Smart". Die Mutter des Dreijährigen, die ein weiteres Kind dabei hatte, überlebte nach Feuerwehrangaben.

Eine 38 Jahre alte Frau und ein neun Jahre alter Junge wurden mit einem Schock vor Ort behandelt. Ab dem Abend sollte nach Angaben der Senatsverkehrsverwaltung eine provisorische Ampel aufgestellt werden. Sein Führerschein wurde eingezogen, außerdem eine Blutprobe entnommen, das Unfallauto wurde beschlagnahmt. Mit dem Mann im Auto saßen eine 67-jährige Frau und ein sechs Jahre altes Mädchen, die zur Beobachtung ebenfalls ins Krankenhaus kamen.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sprach von einem schrecklichen Unfall. "Meine Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und Freunden". Die Polizei hat erste Hinweise auf die Ursache, doch ist weiter auf der Suche nach Zeugen. "Entscheidend ist die Geschwindigkeit", erklärte der Unfallforscher Brockmann. Brockmann: "Alles was jenseits von 50 Stundenkilometern ist, ist für einen menschlichen Körper mindestens lebensgefährlich, meistens aber auch tödlich, egal mit welchem Fahrzeug".

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