Joshua Wong: Hongkonger Aktivist in Berlin-Tegel gelandet

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Liefern sie Ausrüstung an China, mit der die Demokratie-Proteste in Hongkong niedergeschlagen werden?

Wenn Deutschland sich nicht für ein Ende der Polizeigewalt einsetze, mache es seinen "Job nicht richtig", sagte die FDP-Abgeordnete Jensen. Zwar kam es erneut zu Ausschreitungen und Konflikten mit Sicherheitskräften, doch nicht im selben Maße wie an früheren Wochenenden.

Nach seiner vorübergehenden Festnahme konnte am Montag mit Verspätung auch Joshua Wong, einer der bekanntesten Organisatoren der Hongkonger Proteste, eine geplante Reise nach Deutschland antreten.

Sie forderten US-Präsident Donald Trump auf, die von China regierte Stadt zu "befreien".

Wong ging laut der Twitter-Mitteilung davon aus, dass es sich bei der Festnahme um einen Fehler handele. Zehntausende regierungskritische Demonstranten zogen am Sonntag in einem zunächst friedlichen Marsch zum US-Konsulat in der chinesischen Sonderverwaltungszone, um für Unterstützung der Amerikaner zu werben. Ihm wurde demnach vorgeworfen, seine Kautionsbedingungen verletzt zu haben.

Demonstranten trugen die US-Flagge, auch die Nationalhymne der USA war zu hören. Demonstranten errichteten am Abend Straßensperren und setzten Barrikaden in Brand, wie Reporter vor Ort berichteten.

Wong war Ende August für einige Stunden festgenommen und auf Kaution wieder entlassen worden.

Wong war schon im Alter von zwölf Jahren politisch aktiv. Ihm wie seiner Mitstreiterin Agnes Chow wurde vorgeworfen, andere zur Teilnahme an einer illegalen Versammlung in der chinesischen Sonderverwaltungszone am 21. Juni animiert und selbst daran teilgenommen zu haben. Wong muss sich auch für die Organisation der Demonstration verantworten. Auch Scheiben einer U-Bahn-Station wurden eingeschlagen. Es sei an der Zeit, dass sich mehr Menschen in Deutschland auf Hongkong konzentrierten. Sie protestieren gegen den wachsenden Einfluss Chinas auf die ehemalige britische Kronkolonie.

Seit dem 9. Juni kommt es in der Finanzmetropole immer wieder zu Protesten, die oft mit Zusammenstößen zwischen einem kleinen Teil der Demonstranten und der Polizei endeten. Am Samstag hatten Demonstranten Einkaufszentren sowie U-Bahn-Stationen besetzt, wobei es auch zu Zusammenstößen mit der Polizei der chinatreuen Regierung kam. In Erwartung von Demonstranten, die sich für eine Protestaktion über das Internet verabredet hatten, reagierte die Polizei mit erhöhten Sicherheitsmaßnahmen.

Als Zeichen der Entspannung in Richtung der Protestbewegung hatte Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam am Mittwoch den Entwurf für ein umstrittenes Gesetz für Auslieferungen nach China komplett zurückgezogen, das die Proteste ursprünglich ausgelöst hatte. Aktivisten machten aber deutlich, dass ihnen das nicht reicht. Sie forderten überdies, dass der US-Kongress einem jüngst vorgelegten Vorschlag folgt, die Protestbewegung in Hongkong ausdrücklich zu unterstützen.

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