Goldener Löwe für Psychothriller "Joker"

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Sein Joker wurde nach der Weltpremiere bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig mit achtminütigen (!) Standing Ovations und "Bravo!"-Rufen bedacht, so was geht natürlich runter wie Öl". Der begehrte Goldene Löwe geht in diesem Jahr an die Hollywood-Produktion "Joker" mit Joaquin Phoenix in der Hauptrolle.

Doch die Preis-Jury unter der argentinischen Regisseurin Lucrecia Martel ging gleich einen Schritt weiter: Sie belohnte den "Hangover"-Regisseur Todd Phillips mit dem höchsten Preis des Festivals".

Joker hat in Venedig den Goldenen Löwen abgeräumt, den Preis für den besten Wettbewerbsfilm und somit die wichtigste Auszeichnung des Festivals.

"Joker" erzählt mit gesellschaftskritischen Untertönen die Vorgeschichte des Bösewichts aus den Batman-Comics: Wie aus Arthur Fleck der Joker wurde. Der 86-jährige Oscarpreisträger erzählt darin von der Dreyfus-Affäre, über den jüdischen französischen Offizier Alfred Dreyfus, der 1894 durch ein Kriegsgericht in Paris wegen angeblichem Landesverrat zugunsten des Deutschen Kaiserreiches zu Unrecht verurteilt wurde.

Über die Teilnahme des Polanski-Filmes am Festival hatte es im Vorfeld eine Kontroverse gegeben. Ihm wird vorgeworfen, im Jahr 1977 mit der damals 13-jährigen Samantha Geimer Sex gehabt zu haben - ein Jahr später floh er aus den USA. Die US-Filmakademie hatte Polanski wegen des Falls im vergangenen Jahr ausgeschlossen.

Für die beste Regie wurde der Schwede Roy Andersson ausgezeichnet, der in seinem Melodram "About Endlessness" in kurzen Episoden in die traurigen Seelen von Menschen blickt. Als bester Schauspieler wurde der Italiener Lucar Marinelli für seine Rolle in "Martin Eden" ausgezeichnet.

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