Konflikt um "Grace 1" - Supertanker mit iranischem Öl verlässt Gibraltar

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Der iranische Tanker Adrian Darya- 1, vormals Grace 1, ist wieder in internationalen Gewässern. Zuvor versuchte Washington, das Schiff beschlagnahmen zu lassen.

Der mehr als sechs Wochen lang festgesetzte Supertanker mit iranischem Öl hat Gibraltar verlassen. Der iranischen Botschafter in London bestätigte die Angaben auf Instagram.

Dem auf Schiffsverkehr spezialisierten Internetportal Marinetraffic.com zufolge nahm das Schiff seine Fahrt Richtung Süden auf. Das Ziel ist jedoch weiter unklar.

Kurz nachdem das oberste Gericht des britischen Überseegebiets den Supertanker am Donnerstag zum Auslaufen freigegeben hat, hat ein US-Bundesgericht die Beschlagnahmung des Schiffs verfügt.

Die Behörden Gibraltars hatten die "Grace 1" am 4. Juli mit Unterstützung britischer Spezialeinheiten festgesetzt. Damit würde das Schiff gegen EU-Sanktionen gegen das Bürgerkriegsland verstoßen. Das Außenministerium in London betonte, Iran müsse sich nun an seine Zusicherung halten, die Ladung nicht nach Syrien zu bringen. Sie soll unter dem Namen "Adrian Darya" und unter iranischer Flagge ihre Fahrt fortsetzen.

Begründet hatte das US-Justizministerium seinen Antrag unter anderem mit mutmaßlichen Verstößen gegen US-Sanktionen und Geldwäschegesetze. Das Gericht ordnete auch die Beschlagnahmung des Öls an Bord an, das aus dem Iran stammen soll. Der Grund: Verdacht auf illegale Öllieferungen an Syrien.

Der Kapitän und weitere Mitglieder der Besatzung wurden vorübergehend festgenommen, kamen aber wieder auf freien Fuß. Teheran bestand dagegen darauf, das Öl sei niemals für Syrien bestimmt gewesen.

Hinter den Spannungen zwischen dem Iran und den USA steht der Atomstreit beider Länder.

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