Über 60 Tote nach Explosion in Kabul

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Bei einem vermutlichen Selbstmordattentat in einer Hochzeitshalle in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind am späten Samstagabend mindestens 63 Menschen getötet worden. "Unter den Opfern sind Frauen und Kinder", sagte ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums.

Laut Rahimi ereignete sich die Explosion kurz vor 23.00 Uhr in der Hochzeitshalle "Dubai" im Südwesten der Stadt. Am 12. Juli wurden sechs Menschen getötet, als sich ein Selbstmordattentäter bei einer Feier in der Provinz Nangarhar in die Luft sprengte.

Mitten in einer Hochzeitsfeier zündete ein Attentäter den Sprengsatz nahe einer Bühne, an der sich eine Gruppe von Kindern aufgehalten hatte, berichtet ein Augenzeuge. Mehrere Videos, die noch in der Nacht in sozialen Medien geteilt wurden, zeigten verzweifelte Menschen vor der Hochzeitshalle, die Familienmitglieder vermissten.

Zu den Angriffen hatten sich teils die Taliban, teils ISIS bekannt. Die Explosion habe sich im Männerbereich ereignet.

Bei Hochzeiten in Kabul feiern Männer und Frauen in getrennten Räumen.

Üblicherweise sind bei Hochzeiten in Kabul hunderte Gäste geladen. Bei den vorherigen 16 Attentaten wurden laut Behördenangaben mindestens 113 Menschen getötet und mehr als 700 verletzt. Bilder aus der Hochzeitshalle zeigten blutbefleckte weiße Stühle und viele zwischen oder noch auf ihnen liegende leblose Körper. Auch zwei Stunden nach dem Anschlag seien immer noch Leichen aus der Halle gebracht worden.

Viele Afghanen drückten ihr Entsetzen über den Angriff aus.

Emergency teilte mit, dass mindestens 20 Menschen verletzt und in ein Krankenhaus in Kabul eingeliefert worden seien. "Ich bin in Stücke gerissen", schrieb der Künstler Omaid Scharifi auf Twitter. Die Hochzeitshalle liegt an der Dar-ul-Aman-Straße, die für den am Montag stattfindenden Unabhängigkeitstag Afghanistans nachts feierlich beleuchtet wird. Vor der Festlegung auf einen Abzug ihrer Soldaten verlangt die US-Regierung von den Taliban mehrere Zusagen, darunter Sicherheitsgarantien, einen Waffenstillstand und den Beginn eines Dialogs mit der afghanischen Regierung. Über 60 Menschen sollen hier gestorben sein.

Beide Seiten hatten sich jüngst optimistisch gezeigt, bald zu einer Einigung zu kommen.

Der Anschlag auf die Hochzeitshalle war der 17. grössere Angriff in der Hauptstadt Kabul seit Januar.

Erst am Freitag hatte die US-Regierung bekannt gegeben, die Vorbereitungen für ein Friedensabkommen mit den Taliban verstärken zu wollen.

Nach einer Explosion auf einer Hochzeitsfeier in Afghanistan werden viele Tote befürchtet.

US-Präsident Donald Trump hatte im Präsidentschaftswahlkampf 2016 versprochen, in seiner Amtszeit würden die US-Soldaten aus Afghanistan zurückgeholt. Zu den Angriffen hatten sich zum einen die Taliban, zum anderen IS-Kämpfer bekannt. Derzeit sind dort rund 14'000 Soldaten der Vereinigten Staaten stationiert.

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