Machtteilung im Sudan: Abkommen für drei Jahre

Einstellen Kommentar Drucken

Die Bevölkerung des afrikanischen Staates reagiert mit Jubel. Beide Seiten haben ein Abkommen unterzeichnet, das die Aufteilung der Macht regelt. Gleichzeitig soll der Korruptionsprozess gegen den früheren sudanesischen Machthaber Omar al-Baschir beginnen.

Unmittelbar nach der Unterzeichnung des Abkommens gab es im ganzen Land Jubelfeiern. "Ich denke, das ist heute der erste Schritt in Richtung auf eine echte, zivile Regierung; heute ist der Augenblick, in dem das sudanesische Volk die Früchte seiner Revolution ernten können, von der es träumte und für die viele starben", erklärte die Studentin Alas Salah. Bekannt ist sie, seit sie im weissen traditionellen Gewand von einem Autodach eine flammende Rede hielt. Es kam unter der Vermittlung Äthiopiens und der Afrikanischen Union zustande. Die neue Regierung aus Militärs und Zivilisten soll am 1. September die Arbeit aufnehmen. Dem Abkommen vorausgegangen waren wochenlange Verhandlungen zwischen der Armee und Demokratiebefürwortern.

Das Militär hatte im April unter dem Druck monatelanger Massenproteste und einer Sitzblockade den Langzeitpräsidenten Bashir abgesetzt - dieser hatte das Land im Nordosten Afrikas 30 Jahre lang mit harter Hand regiert. Ihm werden verschiedene Verbrechen zur Last gelegt, für die er sich von Montag an in einem Gerichtsverfahren verantworten soll.

Im Sudan haben Militär und Opposition den Weg für eine Übergangsregierung freigemacht. Auch die regierungskritischen Demonstranten sind zumeist gläubige Muslime. Für die EU ist das Transitland Sudan ein Partner bei der Begrenzung von Migration in Richtung Mittelmeer.

Comments