Sunrise-Grossaktionär Freenet will gegen Kauf von UPC stimmen

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Zürich. Die milliardenschwere Übernahme des Kabelnetzbetreibers UPC Schweiz durch den Telekomkonzern Sunrise wird zur Zitterpartie: Der Sunrise-Großaktionär Freenet sperrt sich weiterhin gegen die für den Deal nötige 3,8 Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung, wie das deutsche Unternehmen am Freitag mitteilte.

Ob das deutsche Unternehmen damit die Kapitalspritze für die insgesamt 6,3 Milliarden Franken schwere Übernahme blockieren kann, ist offen. Freenet habe beschlossen, "unter den aktuellen Transaktionsbedingungen" auf einer für die kommenden Monate geplanten außerordentlichen Aktionärsversammlung gegen die Kapitalerhöhung zu stimmen. Überdies sollte Sunrise die UPC-Anleihen nicht übernehmen, sondern Liberty Global sollte die UPC-Bonds behalten. Denn Freenet hält 24,5 Prozent an Sunrise und ist damit bei weitem der grösste Aktionär der hiesigen Nummer zwei im Telecommarkt. Sunrise müsse abklären, wie die übrigen Aktionäre zu dem Deal stünden. Aber weil auf einer Generalversammlung nie alle Aktionäre anwesend oder vertreten sind, hat das Freenet-Votum eine beträchtliche Macht", und weiter: "Auch die operative Entwicklung von UPC rechtfertige den Kaufpreis nicht.

Der wichtigste Sunrise-Aktionär will die Fusion mit UPC verhindern.

Ohne den Kauf werde die Sunrise-Aktie wieder das Niveau vor Bekanntgabe des Deals am 27. Februar erreichen, sagte Vilanek. Die Sunrise-Spitze habe nun bis zur Generalversammlung Zeit, auf den Forderungskatalog zu antworten.

Sunrise selber zeigte sich wortkarg: Man habe die Ankündigung von Freenet zur Kenntnis genommen, gegen die Kapitalerhöhung zur Finanzierung der Übernahme von UPC zu stimmen. Die Kapitalerhöhung in dieser Höhe ist für den Kauf von UPC Schweiz notwendig. "Wir hatten keinen Kontakt mit anderen Aktionären", sagte Vilanek: "Wir glauben, dass es für unsere Freenet-Aktionäre besser ist, wenn der Deal in der Form nicht stattfindet". Sunrise werde am nächsten Donnerstag über die Übernahme von UPC Schweiz informieren. Im frühen Handel seigt die Sunrise-Aktie um 2 Prozent auf 75,10 Franken. Die Halbjahresergebnisse von UPC würden mit dem Turnaround-Plan der bisherigen UPC-Besitzerin Liberty Global übereinstimmen und sogar leicht über den Erwartungen liegen.

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