Norwegen streicht Brasilien Regenwald-Geld

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Norwegen will Finanzhilfen für den Kampf gegen Rodungen des Amazonas-Regenwaldes vorübergehend einstellen.

Elvestuen sagte in einem Interview mit der Zeitung "Dagens Naeringsliv", Brasilien habe die Vereinbarung mit den Geldgebern Deutschland und Norwegen zum sogenannten Amazonas-Fonds gebrochen.

Bolsonaro ist Klimaskeptiker und Freund der Agrarindustrie, die neue Flächen für den Anbau von Soja und die Rinderzucht benötigt. Nach Deutschland hat auch Norwegen als größter Förderer des Amazonas-Fonds seine Einzahlungen gestoppt.

Im Gegensatz zu Brasilien hat die Waldfläche in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren leicht zugenommen.

Die deutsche Umweltministerin Svenja Schulze hatte angesichts der verschärften Abholzung des brasilianischen Regenwaldes, die Fördermittel für Brasilien kurzerhand eingefroren. Die Politik der Regierung des ultrarechten Präsidenten Jair Bolsonaro im Amazonas lasse Zweifel aufkommen, "ob eine konsequente Reduzierung der Entwaldungsraten noch verfolgt wird".

Unter Bolsonaro, der seit Anfang 2019 im Amt ist, hat sich die Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes massiv beschleunigt.

Gesperrt wurden zunächst 35 Millionen Euro aus der Klimaschutzinitiative des deutschen Umweltministeriums. Dieser Fonds ist nun von der norwegischen Massnahme betroffen. Dieses Komitee war für die Auswahl der Projekte zuständig, die der 2008 gegründete Fonds unterstützen soll. Sie erwarten in diesem Jahr einen Anstieg der illegalen Abholzung um insgesamt 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie die Tageszeitung Folha de São Paulo berichtete. "Mit der Amtsübernahme Bolsonaros wird wieder gerodet wie verrückt", sagt SRF-Wirtschaftsredaktor Klaus Ammann.

Fakt Nummer 4: Nötig hat Deutschland das Geld schon. "Kein Gebiet bindet so viel Treibhausgas wie der Amazonas. Wenn die Welt eine Klimakatastrophe noch verhindern will, muss sie den Amazonas unbedingt erhalten".

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