Bildungsmonitor: Hessen auf Platz zehn

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Wie schneiden die anderen Bundesländer ab?

Sachsen-Anhalt landet im "Bildungsmonitor 2019" lediglich auf Rang 12 von 16.

Schlusslicht im Bildungsvergleich ist Berlin.

Besonders stark verbessert hat sich in den vergangenen Jahren das Saarland. Dahinter rangieren Bayern und Thüringen. Nach Angaben der INSM schneiden Nordrhein-Westfalen, Bremen und Brandenburg "nur marginal besser" ab als Berlin. Das geht aus dem "Bildungsmonitor 2019" hervor, den die wirtschaftsnahe Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) am Donnerstag in Berlin vorgelegt hat.

Welches Bundesland glänzt mit dem leistungsfähigsten Bildungssystem?

Vom Verband Familienunternehmer kam umgehend Kritik: "Hessen schafft es schon das dritte Jahr in Folge, sich bildungspolitisch nicht vom Fleck zu bewegen", kritisierte Dirk Martin, Landesvorsitzender des Verbands in Hessen. Innerhalb eines Jahres sei diese von 5,7 Prozent im Jahr 2016 auf 6,3 Prozent im Jahr 2017 gestiegen (neuere Vergleichszahlen liegen noch nicht vor) - unter Ausländern habe es sogar einen Anstieg von 14,2 auf 18,1 Prozent gegeben. Aber auch bei der Forschungsorientierung, Ausgabenpriorisierung und Bildungsarmut nahmen die Schwierigkeiten im Vergleich zu 2017 zu. Verglichen werden auch die Schul- und Ausbildungsabbrecherquoten und Testergebnisse in Lesen und Mathe.

Darüber hinaus verbesserten sich die Betreuungsbedingungen und die Förderinfrastruktur.

Die einzelnen Bundesländer im Vergleich: In der Übersicht rechts sind die Punkte angegeben, die die Bundesländer jeweils erreicht haben.

In ihrer neuesten Studie behauptet Sachsen seine Spitzenposition. Mehr als 51 Prozent dieser Altersgruppe werde ganztags betreut, bundesweit seien es knapp 46 Prozent. Das Angebot an Ausbildungsstellen ist generell sehr hoch. Außerdem verlassen nur wenige Jugendliche die Schule ohne Abschluss. Außerdem kommen - zumindest rechnerisch - an den Grundschulen auf jeden Lehrer relativ wenig Schüler. Es gibt ein gutes Ganztagsangebot für Kita-Kinder und Grundschüler. Berlin belege damit den vierten Platz aller Bundesländer. In dem Bundesland wiederholen nur wenige Schüler eine Klasse. Bei der Zahl der Unterrichtsstunden und der Lehrer-Schüler-Relation stehe die Hauptstadt gut da - beim Verhältnis Lehrer-Schüler an Gymnasien sogar am besten in Deutschland. Zudem sind die Bildungsausgaben je Grundschüler hoch, die sonstigen Gesamtausgaben des Landes vergleichsweise niedrig. Probleme sahen die Experten auch beim Bildungserfolg ausländischer Schüler.

Hamburg besitzt Stärken im Bereich der Internationalisierung. Fast alle Grundschüler und viele Berufsschüler haben Fremdsprachenunterricht. Auch die Förderinfrastruktur überzeugt.

Wie stark ist Hamburgs Bildungssystem? Im vorigen Jahr war es Bremen, das nun auf dem drittletzten Platz landet.

Im schulischen Bereich fiel den Experten negativ auf, dass in Berlin bei Vergleichsarbeiten ein relativ hoher Anteil der Schüler nicht die Mindeststandards erfülle.

Der Nachholbedarf Brandenburgs zeigt sich unter anderem bei der geringen Habilitations- und Promotionsquote. Viele Schüler können in Hamburg eine Ganztagseinrichtung besuchen. Der Anteil der Schulabbrecher ist ebenfalls hoch, besonders bei den ausländischen Jugendlichen.

Aktuell würden in Deutschland gut neun Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Bildung und Forschung ausgegeben.

Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) zeigt sich erfreut über das Ergebnis.

Die Vergleichsstudie des IW im Auftrag INSM bewertet anhand von insgesamt 93 Indikatoren in zwölf Handlungsfeldern, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert. Es handelt sich um die aktuellsten Zahlen, die jeweils zur Verfügung standen (in der Regel aus dem Jahr 2017 oder 2018).

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft ist ein überparteiliches Bündnis aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.

Die INSM, in deren Hand die Studie liegt, wird nach eigenen Angaben von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektro-Industrie finanziert.

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