USA: Will Donald Trump etwa Grönland kaufen?

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Der amerikanische Präsident Donald Trump denkt offenbar darüber nach, Grönland zu kaufen.

Update 14.15 Uhr: Berichte über ein Kaufinteresse Donald Trumps an dänischen Insel Grönland haben in dem EU-Land für Befremden und teils heftige Politikerreaktionen gesorgt.

Besonders drastisch äußerte sich die Dansk Folkeparti, ein rechtspopulistische Partei, die mit ihrem Leitsatz "Wir sind stolz auf Dänemark" eigentlich nicht allzu weit von Trumps Linie entfernt liegt. Die 32-Jährige ist gerade in Urlaub, doch ihr Sprecher holt auch um acht Uhr Ortszeit gerne eine Stellungnahme ein, die er kurz darauf durchtelefoniert: "Es ist ein sehr schönes Gefühl, begehrt zu werden, und ich würde auch gerne enger mit den Vereinigten Staaten zusammenarbeiten, aber Grönland ist nicht zu verkaufen".

Grönland gehört zu Dänemark, erhält viel finanzielle Unterstützung aus Kopenhagen - ist innenpolitisch aber weitgehend unabhängig. Der ehemalige dänische Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen reagierte auf Twitter: "Das muss ein Aprilscherz sein". "Wir sprechen von echten Menschen, und man kann Grönland nicht einfach wie eine alte Kolonialmacht verkaufen".

Grönland, das als größte Insel der Erde als autonome Region zu Dänemark gehört, verfügt unter seinem Eis über enorme Bodenschätze - etwa Öl, Uran und seltene Erden. Das meinen zumindest Insider zu wissen. Politisch betrachtet stellt sich die Situation um die Insel mit rund 56.000 Einwohner doch etwas anders dar, denn Grönland ist Teil des Königreichs Dänemark. Seit 1979 genießt sie weitgehende Autonomie innerhalb Dänemarks.

In dem Bericht heißt es, Trump habe seine Berater immer wieder nach der Möglichkeit gefragt, ob die USA Grönland erwerben könnten. Die amerikanische Zeitung bezieht sich dabei auf Quellen, die mit Trumps Überlegungen vertraut seien. Bereits 1867 scheiterten die USA mit einem Kaufangebot. Ansonsten verwalten sich die Grönländer demokratisch selbst: Seit 2018 regiert der sozialdemokratische Premierminister Kim Kielsen. Derzeit sei es ihm aber nicht ernst mit dem Plan, und das ist wohl auch gut so.

Machtgebaren oder doch eine gute Idee?

Mit großem Interesse soll er zugehört habe, wenn in seinem Umfeld über Ressourcen sowie die geopolitische Bedeutung Grönlands gesprochen wurde. Zwei Gründe, die für einen Erwerb der Insel sprechen könnten.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich der US-Präsident für Grundstücke im Ausland interessiert. In der Vergangenheit hatte er unter anderem geäussert, die "tollen Strände" von Nordkorea wären ein idealer Standort für Ferienwohnungen.

Wie sieht es nun also in der Realität aus? Dem "Wall Street Journal" zufolge hielten einige Trump-Berater einen Kauf der Insel für vorteilhaft für die USA, andere gingen von einer "flüchtigen Faszination" des Präsidenten auf. Die Überlegungen sollen Forschungsmöglichkeiten, Militärpräsenz in der Arktis und Bodenschätzen gelten.

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