Bananen-Seuche bedroht Frucht - Experte: "In wenigen Jahren Geschichte" | Verbraucher

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Infizierte Pflanzen sterben ab und produzieren keine Bananen mehr, teilt der Deutsche Fruchthandelsverband mit. Auch der Deutschland-Chef der Marke Chiquita, Marc Seidel, sagt: "Die Gefahr ist extrem hoch, dass es die Bananen, die wir kennen, in ein paar Jahren nicht mehr gibt".

Das Lieblingsobst der Deutschen ist in Gefahr: Der hochaggressive Pilz "Tropical Race 4" (TR4) hat Bananen-Plantagen in Kolumbien befallen, melden Behörden. Die befallenen Flächen müssten gerodet werden und seien für den Bananenanbau grundsätzlich nicht mehr verwendbar. Davon stammten 99 Prozent aus Mittel- und Südamerika.

Bisher ist in Kolumbien nur ein recht kleines Gebiet von der Plage betroffen: Insgesamt werden in Kolumbien auf rund 49.000 Hektar Bananen angebaut. Der Fruchthandelsverband erklärte lediglich: "Es gilt auch im Fruchthandel das Gesetz von Angebot und Nachfrage in Bezug auf die Preise". Damals bedrohte er Bananenplantagen in Kolumbien. "Alle Container mit Bananen für den Export werden desinfiziert und ständig kontrolliert, bis sie im Hafen ankommen". Der Ackerboden ist jetzt unbrauchbar Die Entdeckung des Pilzes stelle eine potenziell bevorstehende Katastrophe für Bananen sowohl als Lebensmittelquelle als auch Exportware dar.

Die Bananensorte "Cavendish" hatte die bis in die 1960er Jahre vertriebene Sorte "Gros Michel" ersetzt, die von der Panamakrankheit dezimiert wurde. Cavendish ist zwar gegen den Pilzstamm TR1, der Gros Michel ausgelöscht hat, resistent.

Die UN-Welternährungsorganisation FAO hatte 2016 erklärt, dass es bisher keine wirksamen Möglichkeiten der Ausrottung gebe. Die Bananen selbst, die in einem infizierten Boden erzeugt wurden, seien für Menschen ungefährlich und würden den Pilz nicht übertragen.

"Plantagen in ganz Lateinamerika - und damit auch Bananen in deutschen Supermärkten - könnten in wenigen Jahren Geschichte sein", so der deutsche Fruchthandels-Verband. Der Pilz könne Jahrzehnte in der Erde überleben. Die Bananenexporte werden somit zunächst weitergehen, weil die Qualität und der Nährwert der Früchte durch die Krankheit nicht beeinträchtigt wird, sagte das ICA.

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