Single mit 3440 Euro netto zählt bereits zur einkommensstarken Oberschicht

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Wenn es um die subjektive Einordnung in die Gesellschaft geht, sortieren sich die meisten Menschen demnach in die Mittelschicht oder obere Mittelschicht ein.

DAS ist mal ein überraschendes Ergebnis: Wer als Single im Monat 3440 Euro netto bekommt, gehört zu den zehn einkommensstärksten Prozent der Gesellschaft - und damit zur Oberschicht!

Die IW-Experten werteten für ihre Analyse Daten aus den Haushaltsbefragungen des Sozio-ökonomischen Panels für das Jahr 2016 aus.

Die Ergebnisse der Studie zeigen auch, wie sehr sich die Lebenssituation in der Bevölkerung auf das Armutsrisiko auswirkt: Alleinerziehende mit einem monatlichen Nettoeinkommen von 1.309 Euro befinden sich am unteren Ende der Skala, sie gehören zum einkommensschwächsten Viertel. Bei dieser Berechnung wurde unter anderem auch berücksichtigt, dass jüngere Kinder einen geringeren Bedarf haben als Erwachsene, Familien aber beispielsweise mehr Wohnraum brauchen.

Zusammen mit ihrem Kollegen Maximilian Stockhausen hat sie die reale Einkommensverteilung in Deutschland vermessen und mit der Selbstzuordnung der Bundesbürger in Mittelschicht, Oberschicht und Unterschicht in Relation gesetzt. Praktisch niemand fühle sich den einkommensreichsten 20 Prozent der Gesellschaft zugehörig. Laut diesem liegt das sogenannte bedarfsgewichtete mittlere Durchschnittseinkommen der deutschen Bevölkerung bei 1.869 Euro netto im Monat. Das mittlere Einkommen in städtischen Regionen liegt 116 Euro oberhalb jenes in ländlichen Räumen.

Ein Hochschulabschluss eröffnet hohe Chancen, die oberen Einkommensbereiche zu erreichen. Akademiker müssen als Alleinlebende ein Einkommen von 2.541 Euro zur Verfügung haben, damit sie genau in der Mitte der Gruppe der Hochschulabsolventen landen.

Unterschiede zeigen sich auch zwischen Stadt und Land. Allerdings werden dabei noch keine regionalen Preisunterschiede berücksichtigt.

Das gilt auch für den Ost-West-Vergleich. Während Menschen mit einem Nettoeinkommen über 2.839 Euro in Ostdeutschland zu den obersten zehn Prozent gehören, liegt man in Westdeutschland damit nur unter den obersten 20 Prozent.

Bei Mietern liegt das Durchschnittseinkommen mit 1.493 Euro deutlich unter dem von Eigentümern, die durchschnittlich 2.252 Euro verdienen. Wer in selbst genutztem Eigentum lebt, hat damit eine hohe Wahrscheinlichkeit, sich eher im oberen Einkommensbereich einzusortieren.

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