"Er hat einen immer berührt": Plácido Domingo soll Frauen sexuell belästigt haben

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Ein weiterer Klassikstar wird von der #MeToo-Welle erfasst: Neun Frauen werfen dem 78-jährigen spanischen Sänger und Dirigenten Placido Domingo vor, ihnen Jobs im Austausch mit sexuellen Handlungen angeboten zu haben; dies meldet die Nachrichtenagentur AP.

Über Jahrzehnte hinweg, so AP, habe Domingo Frauen versucht, in sexuelle Beziehungen zu zwingen, indem er ihnen Jobs versprach. Und er habe ihnen beruflich geschadet, wenn sie sich verweigerten, berichten die Frauen übereinstimmend.

Eine Frau erzählt, Domingo habe unter ihr T-Shirt gegriffen, andere sprechen, alle in ähnlicher Weise, von feuchten Zungenküssen in Garderoben, Hotelzimmern und bei Mittagessen. Domingo habe die Frauen auch verbal belästigt und sich ständig mit ihnen verabreden wollen. Neun Frauen berichteten der AP von konkreten Vorfällen, bei denen sie Plácido Domingo unangemessen berührt oder gar ohne Einwilligung geküsst haben soll.

Dutzende Sänger, Tänzer, Orchestermusiker und andere Mitarbeiter von Opernbühnen gaben demnach an, sie hätten unangemessenes, sexuell gefärbtes Verhalten Domingos gegenüber jungen Frauen beobachtet. Die anderen Frauen fürchten Repressionen und Folgen für ihre Karriere.

Domingo ließ in einem Statement verlautbaren, dass er den Vorwürfen vehement widerspricht. In einer Stellungnahme betonte er: "Die Vorwürfe dieser namentlich nicht genannten Personen, die bis zu 30 Jahre zurückreichen, sind sehr bekümmernd und so, wie sie wiedergegeben werden, inkorrekt".

"Natürlich ist es trotzdem schmerzhaft zu hören, dass ich jemanden verletzt haben soll - ganz egal, wie lange es her ist und trotz meiner besten Absichten". Ich habe geglaubt, dass alle meine Kontakte und Beziehungen immer willkommen waren und auf Einvernehmlichkeit beruhten. Weiter erklärte er: "Ich erkenne jedoch, dass die Regeln und Standards, an denen wir uns heute messen - und messen sollten - sich stark von denen in der Vergangenheit unterscheiden". Weiter wollte sie nicht ins Detail gehen. Er war ab 1996 künstlerischer Direktor und später Generaldirektor der Washington National Opera, seit 2003 ist er Generaldirektor der Oper von Los Angeles. Er brauche das vor einem Auftritt, habe der Star gesagt, wenn er jetzt besser singe, dann nur ihretwegen.

Als Domingo zu seiner Vorstellung musste, habe er zehn Dollar auf die Kommode gelegt und gemeint: "Ich möchte nicht, dass du dich wie eine Prostituierte fühlst, aber ich möchte auch nicht, dass Du für das Parken bezahlen musst".

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