Ein T-Shirt von Versace sorgt in China für Ärger

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Donatella Versace bat auf Instagram um Entschuldigung. Dabei befinden sich Hongkong und Macau auf chinesischem Staatsgebiet, es hätte also "Hong Kong - China" und "Macau - China" heißen müssen.

Hongkong war als britische Kronkolonie 1997 an China zurückgegeben worden, genießt als Sonderverwaltungszone aber einen hohen Grad an Autonomie. Seitdem gelten sie als halbautonome Territorien, die nach Ansicht vieler eine eigene, von China unabhängige Identität haben.

Nachdem die weitgehend friedlichen Proteste in China zunächst stillgeschwiegen wurden, gehen Regierung und Medien nun in die Offensive. Und dürfte auch das T-Shirt von Versace alles andere als lustig finden. Denn die Zuordnungen suggerieren, dass Hongkong und Macao eigenständige Länder seien - immerhin stehen sie in einer Reihe mit Italien, Deutschland oder den USA.

Modische Kontroversen in China haben bereits Dolce & Gabbana hinter sich, die mit einer rassistischen Kampagne einen wahren Shitstorm auf sich zogen, eine Modeschau in Shanghai absagen musste und teilweise boykottiert wurden. Ihre Begründung: Die Kleidung könne Chinas Souveränität schaden.

Das Werbegesicht der Marke in der Volksrepublik, die chinesische Schauspielerin Yang Mi, zeigte sich ebenfalls empört über das Kleidungsstück und kündigte die Zusammenarbeit mit Versace.

"Chinas territoriale Integrität und Souveränität sind heilig und unantastbar", hieß es darauf am Sonntag in einer Erklärung der Schauspielerin. Ganz so schlimm ist es bei Versace zwar nicht, doch auch hier macht sich Designerin Donatella Versace schnell daran, sich zu entschuldigen. Sie habe Chinas nationaler Souveränität nicht zu nahe treten wollen, schrieb die 64-jährige Italienerin. "Der unglückliche Fehler, der unlängst von unserem Unternehmen gemacht wurde und der derzeit auf verschiedenen Social-Media-Kanälen diskutiert wird, tut mir zutiefst leid". Es war nie meine Intention, die Souveränität Chinas anzuzweifeln. "Deswegen möchte ich mich persönlich für unsere grobe Ungenauigkeit entschuldigen und für all den Ärger, den diese hervorgerufen hat". Die T-Shirts seien aus dem offiziellen Vertrieb genommen und am 24. Juli "zerstört" worden. Erst im Januar sagte der Versace-Geschäftsführer Jonathan Akeroyd, dass China einer der wichtigsten Märkte der Firma sei. Mit 46 Prozent stammt fast die Hälfte der Gesamteinnahmen von Versace vom asiatischen Markt.

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