Continental lieferte jahrelang Teile mit zu viel Blei

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Bosch sei "vor einigen Wochen" auf den Sachverhalt aufmerksam geworden. Es gehe um eine "nicht konforme Bleimenge von durchschnittlich rund 0,0005 g je betroffener elektronischer Komponente", teilte Continental mit.

Aus der Sicht des niedersächsischen Umweltministeriums stellen die gelieferten Bauteile keine Gefahr für Mensch und Umwelt dar. Die Auslieferung potenziell betroffener Produkte sei daraufhin gestoppt worden. Das Schwermetall Blei ist für die Umwelt nur dann gefährlich, wenn es sich in Verbindungen löst oder als Staub in die Atemluft gelangt. Das hat der DAX-Konzern selbst festgestellt, und "den zuständigen Behörden unverzüglich Anfang Juni 2019" gemeldet, wie die Continental AG am Freitag mitteilte. Ein Sprecher von Continental sagte auf Anfrage, die Umwelt sei durch den Einbau der Teile nicht belastet worden. Sie werden den Angaben zufolge in Leiterplatten beispielsweise in Form von Kondensatoren eingesetzt. Nach Informationen der "Bild am Sonntag" sind die Komponenten in Fahrzeugen fast aller Autohersteller weltweit zu finden. Allein bei Continental handele es sich um rund 3,6 Milliarden Kleinteile, die von einem chinesischen Lieferanten bezogen wurden und seit 2013 in verschiedensten Autos verbaut wurden. Der Continental-Sprecher sagte, das Unternehmen könne noch keine Zahl nennen, da sich die Blei-Grenzwerte für diverse Bauteile in den Jahren 2013, 2015 und 2016 geändert hätten. Zu möglichen Rückrufen wollte der Continental-Sprecher sich nicht äußern.

Nach Darstellung der "Bild am Sonntag" ist jedoch die Typengenehmigung für neue Automodelle in Gefahr. Es soll sich nach Unternehmensangaben um leichte Überschreitungen des Grenzwertes gehandelt haben. Das Fahrverhalten, die Emissionen sowie die Sicherheit würden durch die Verwendung der betroffenen Komponenten nicht beeinträchtigt. Nach heutigem Continental-Kenntnisstand seien bevorstehende Neuanläufe von Fahrzeugserien durch die Umstellung nicht gefährdet.

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