US-Unternehmer Epstein tot in Gefängniszelle gefunden

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Die offizielle Erklärung war äußerst knapp.

Jeffrey Epstein habe sich erhängt und sei am Samstagmorgen tot in seiner New Yorker Gefängniszelle aufgefunden worden, berichteten die Zeitung "New York Times" und andere Medien.

Der US-Unternehmer soll zwischen 2002 und 2005 dutzende minderjährige Mädchen in seinen Häusern in New York und Florida sexuell missbraucht und zur Prostitution genötigt haben, das warf ihm die Staatsanwaltschaft von New York zuletzt vor. Nun wird ermittelt, wie es dazu kommen konnte. Alles andere scheint ungewiss. Neben der Bundespolizei FBI hat auch Justizminister William Barr eine Untersuchung angekündigt. Dem Justizminister zufolge werfe Epsteins Tod "ernste Fragen auf, die beantwortet werden müssen". Bei der anonymen Telefonseelsorge finden Sie rund um die Uhr Ansprechpartner. Dies scheint wenig verwunderlich, angesichts der wenigen, verwirrenden Verlautbarungen sowie der brisanten Anschuldigungen gegen Epstein und damit auch gegen einige mächtige Freunde, die seinen Sexring genutzt haben sollen. Hier hatte zuletzt auch der Kartellboss Joaquín Guzmán ("El Chapo") gesessen. Dort sei er schließlich für tot erklärt worden. Er habe aber nur eine Zeit lang unter besonderer Beobachtung wegen möglicher Suizidgefahr gestanden. Falls die US Justiz den Fall Epstein überhaupt weiterbearbeiten sollte, denn der einzige Angeklagte ist jetzt tot.

Normalerweise zieht die Redaktion es vor, nicht über mögliche Suizide zu berichten.

Auch deshalb gibt es Zweifel an der amtlichen Darstellung.

Im Jahr 2016, mitten im Wahlkampf, behauptete eine Frau aus Oklahoma, sie sei als 13-jähriges Mädchen anlässlich einer Party im Jahr 1994 im Haus von Jeffrey Epstein von Donald Trump vergewaltigt worden, anschliessend auch von Epstein. Trumps Arbeitsminister Alexander Acosta ist deswegen zurückgetreten. Auch der heutige Präsident Donald Trump war mit ihm zumindest bekannt.

Maxwell ist derzeit weder angeklagt noch wird sie als Verdächtige im Fall Epstein geführt, so die "Washington Post" weiter.

Der Finanzmann war von den Ermittlungsbehörden des Sexhandels und der Verschwörung zum Sexhandel mit Minderjährigen beschuldigt worden.

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio versprach unterdessen den Missbrauchsopfern Gerechtigkeit.

Die jüngsten Opfer sollen erst 14 Jahre gewesen sein.

2006 musste sich Jeffrey Epstein erstmals vor Gericht verantworten.

Der wegen Missbrauchs angeklagte US-Milliardär Jeffrey Epstein hat sich das Leben genommen.

Auch andere prominente Namen schwirren herum, darunter der von Alan Dershowitz, bekannter Anwalt seit dem Mordprozess gegen den Football-Star O.J. Simpson (der eine Massage in Unterhosen einräumte, die ganz harmlos gewesen sei) oder der britische Prinz Andrew. Trump sagt heute, er habe sich mit Epstein über einen Immobiliendeal zerstritten; es ging um den Kauf einer Villa in Florida, wo Trump letztlich Epstein überbot. Der Präsident, der zu einem zehntätigen "Arbeitsurlaub" in New Jersey weilt, empfahl seinen 63 Millionen Twitter-Fans die Behauptung eines Kommentators, Epsteins Suizid sei fraglich: "Epstein hatte Informationen über Bill Clinton", hatte der geschrieben. "Und jetzt ist er tot".

Unter dem Hashtag #TrumpBodyCount heißt es, dass Trump besonderes Interesse an Epsteins Tod hatte. "Wir brauchen Antworten", schrieb die demokratische Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez.

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