Proteste am Hongkonger Flughafen - Chaos befürchtet

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Die Amerikanerin hatte sich mit den regierungskritischen Aktivisten getroffen. Die Unruhe könnte zur internationalen Affäre werden, denn nun beschuldigen die USA die Volksrepublik, eine US-Diplomatin in Hongkong vorsätzlich in Gefahr gebracht zu haben.

Erstmals richtete sich die Wut der Demonstranten nicht allein gegen die Hongkonger Regierung, sondern auch direkt gegen die chinesische Vertretung. Das chinesische Außenministerium forderte die USA auf, den Zweck des Treffens zu erläutern und "sofort aufzuhören, sich in Hongkong-Angelegenheiten einzumischen".

Die USA werfen der chinesischen Regierung übelste Methoden vor, weil sie ein Foto der Diplomatin sowie persönliche Informationen und Namen von Familienangehörigen an die Medien weitergegeben habe. Die Regierung werde versuchen, ihre Arbeit besser zu machen. Hunderte Menschen zogen nach dem Protestmarsch zum chinesischen Verbindungsbüro und bewarfen es mit Eiern und schwarzer Farbe. Dabei kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei, die Tränengas und Schlagstöcke einsetzte. Demonstranten planen von Freitag bis Sonntag unter anderem im Flughafen der Finanzmetropole Proteste gegen die Regierung. "Wir sind sehr zornig, dass die Polizei unsere jungen Leute festgenommen hat", sagte eine Frau in ihren 60ern. Ein ehemaliger Polizeichef, der schon 2014 die Einsätze gegen pro-demokratische Kundgebungen geleitet hatte, soll aus dem Ruhestand geholt werden und dabei helfen, die Einsätze gegen die Demonstranten zu koordinieren. Im nahe gelegenen Stadtteil Cheung Sha Wan bewarfen einige Demonstranten Polizisten mit Gegenständen, die mit dem Einsatz von Tränengas reagierte.

Auslöser für die Demonstrationen war ein - inzwischen auf Eis gelegter - Gesetzesentwurf zur Auslieferung mutmasslicher Krimineller an China. Die Regierungschefin hat den Entwurf zwar nicht weiterverfolgt, aber die Demonstrationen haben sich inzwischen zu einer breiten Protestbewegung gegen die Regierung und das harte Vorgehen der Polizei entwickelt.

Chinas Regierung mahnt immer energischer, die Ordnung in der Sonderverwaltungszone wieder herzustellen und die Gewalt zu beenden. Cathay Pacific bestätigte zugleich, dass ein Pilot der Gesellschaft seit Ende Juli wegen seiner Beteiligung an den Protesten nicht mehr fliegen darf. Vor jedem Flug müsse nun zunächst eine Liste mit Besatzungsmitgliedern vorgelegt und genehmigt werden, berichtete die Hongkonger Zeitung "South China Morning Post". Vor allem der Tourismus, aber auch die Kauflust der Hongkonger gingen infolge der Unruhen zurück. Bereits mehr als 20 Staaten haben Reisewarnungen herausgegeben.

In Hongkong hat die Polizei gegen Demonstranten am Flughafen Tränengas eingesetzt.

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