HSV mit Jatta zum Pokalduell nach Chemnitz

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"Sport-Bild" insinuiert, dass Jatta sich seinen Aufenthaltsstatus durch falsche Angaben erschlichen habe.

Der deutsche Fußball-Zweitligist 1. FC Nürnberg hat Einspruch gegen die Wertung des Ligaspiels gegen den Hamburger SV (0:4-Niederlage) eingelegt. Der Klub erwarte "von Liga und Verband eine eindeutige und schnellstmögliche Positionierung, was die Spielberechtigung von Bakery Jatta betrifft, damit ein rechtssicherer Ablauf des Pokal- und Punktspielwettbewerbs gewahrt bleibt", sagte der Manager: "Schließlich hat unser Spieler seit drei Jahren einen gültigen Pass und eine Spielerlaubnis". So soll Jatta in Wahrheit Bakary Daffeh heißen - und fast zweieinhalb Jahre älter sein als angenommen. Die Bremer Innenbehörde teilte dem "Hamburger Abendblatt" am Freitag Einzelheiten zur Einreise Jattas mit.

Gleichzeitig mit Jattas Ankunft in Deutschland 2015 verliert sich in Afrika die Spur des Fussballers Bakary Daffeh. Im November sei er dann, wie üblich in diesen Fällen, von der Polizei erkennungsdienstlich behandelt worden. "Wir haben uns dieses Spiel hart erarbeitet und müssen aufpassen, dass wir die Partie nicht wegschmeißen". Er kam im Sommer 2015 in die Hansestadt und hatte keine Papiere dabei, bemühte sich allerdings beim Konsulat darum. "Statt einer kleinlichen Diskussion über seine Identität, die an der Realität auf den tödlichen Migrationsrouten völlig vorbeigeht, hat Jatta die Unterstützung seines Arbeitgebers und seiner Stadt verdient", heißt es in einer Stellungnahme. Ansonsten wären die Dokumente über eine spezielle Software der Bundesdruckerei auf ihre Echtheit beziehungsweise Auffälligkeiten hin überprüft worden. Doch offenbar hatte er keine Beweise, die Jatta belasten oder entlasten konnten. Nun hat sich Lothar.

Die Altersüberprüfung von Jatta erfolgte durch die Sozialbehörde, damals noch nicht durch medizinische Untersuchungen, sondern durch die sogenannte qualifizierte Inaugenscheinnahme. Nun liegt es in der Verantwortung von DFB und DFL, zu klären, wie mit dem Fall umgegangen werden wird. Der HSV verpflichtete ihn nach seinem 18. Geburtstag.

"Die Gründe für die damalige Duldung sind ja dann weggefallen, und dann wird auch der Aufenthalt rückwirkend verwirkt", sagte Falko Droßmann, Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte, am Mittwochabend im Hamburg-Journal des NDR-Fernsehens über den Stürmer des HSV. Das ist falsch. Internationale Spielertransfers werden erfasst und dabei stellte die FIFA-Behörde fest, dass der Gambier in seinem Heimatland für den Erstligisten Brikama United kickte, dort laut Eintrag vom 1. Februar 2014 bis 30. Juni 2016 als Amateur registriert war. Zudem könnte die Hamburger Staatsanwaltschaft ein Verfahren wegen Passfälschung einleiten. Eine Abschiebung gilt dennoch als unwahrscheinlich. Zumindest solange eine Arbeitserlaubnis besteht, in diesem Fall der Vertrag mit dem HSV.

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