Bundesregierung stoppt Brasilien-Projekte wegen Amazonas-Abholzung

Einstellen Kommentar Drucken

Angesichts der beschleunigten Rodung im Amazonas-Regenwald legt die Bundesregierung die finanzielle Förderung von Waldschutz- und Biodiversitätsprojekten in Brasilien auf Eis.

Jair Bolsonaro will keine weiteren Schutzgebiete ausweisen, mehr Rodungen zulassen und die Amazonasregion wirtschaftlich stärker nutzen.

Dem Bericht zufolge geht es in einem ersten Schritt um einen Beitrag von 35 Millionen Euro.

Bundesumweltministerin Schulze sagte dem "Tagesspiegel", die Politik der brasilianischen Regierung im Amazonas lasse Zweifel aufkommen, ob eine konsequente Reduzierung der Abholzungen verfolgt werde.

Aus der internationalen Klimaschutzinitiative des Ministeriums wurden in der Vergangenheit erhebliche finanzielle Mittel für Projekte in Brasilien bereitgestellt. Erst wenn darüber wieder Klarheit herrsche, könne die Projektzusammenarbeit fortgeführt werden, so die SPD-Politikerin. Grund: die massiven Regenwald-Rodungen. Bolsonaro ist Klimaskeptiker und Freund der Agrarindustrie, die neue Flächen für den Anbau von Soja und die Rinderzucht benötigt. Rund 17 Prozent des Regenwaldes sind in den letzten 50 Jahren verschwunden, Forscher warnen, eine Marke von 20 bis 25 Prozent Verlust könnte zum Kippen der grünen Lunge der Erde führen - dann droht sich die Region in eine riesige Savanne zu verwandeln.

Deutschland hat aber bereits 55 Millionen Euro in den sogenannten Amazonasfonds einbezahlt, mit dem Brasilien von einer Abholzung abgehalten werden sollte.

Der Amazonas-Fonds mit einem Volumen von knapp 800 Millionen Euro wird von Norwegen und zu einem kleinen Teil auch von Deutschland finanziert. Anfang des Monats entließ Bolsonaro den Leiter des Institus für Weltraumforschung. Unter Bolsonaro gibt es nun eine Trendwende, er verbittet sich aber eine Einmischung in "innere Angelegenheiten Brasiliens".

Comments