Iran weist US-Angaben über Zerstörung einer Drohne zurück - International

Einstellen Kommentar Drucken

Der Organisation TankerTrackers zufolge handelt es sich bei dem Schiff um den unter panamaischer Flagge fahrenden Tanker "Riah", der in der Straße von Hormus andere Schiffe mit Treibstoff versorgte. Es ist eine gefährliche Strategie.

Die 257 Meter lange "USS Boxer" ist ein amphibisches Angriffsschiff, von dem aus im Kriegsfall Landungsboote mit bis zu 3000 Soldaten in feindlichem Terrain absetzen könnten.

Die Strasse von Hormus im Persischen Golf spielt eine entscheidende Rolle im Konflikt zwischen den beiden Ländern. Trump dementierte die Meldung, betonte aber gleichzeitig, er höre zu, wenn Paul etwas zu sagen habe. Bundesaußenminister Heiko Maas sagte der "Bild am Sonntag": "Es geht darum, Krieg zu verhindern". Fast ein Drittel des globalen Ölexports wird durch die Meerenge verschifft. Das weiß auch der Iran - und nutzt seinen Zugriff auf die Meeresenge als Druckmittel.

Seit zwei Monaten lassen mutmaßliche iranische Angriffe auf Öltanker und andere Zwischenfälle die Auseinandersetzung zwischen dem Iran und den USA immer wieder eskalieren.

Seit Juni schon schaukeln sich die Ereignisse dort hoch.

Auf iranischer Seite liegt der Hauptgrund für die Entspannungs-Rhetorik in den wachsenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten wegen der US-Sanktionen. Trumps Sicherheitsberater und die Militärs plädierten damals für eine Vergeltungsaktion, die Trump nach eigenen Worten lediglich zehn Minuten vor ihrem geplanten Beginn jedoch abblies.

Zuvor hatte der US-Präsident Donald Trump erklärt, dass ein US-Navy-Schiff ein unbemanntes iranisches Fluggerät in der Straße von Hormus abgeschossen hätte. Längst ist klar: Einen solchen Präsidenten hatten die USA noch nie. In Gibraltar hat die britische Justiz angeordnet, dass der am 4. Juli festgesetzte iranische Tanker "Grace 1" für weitere 30 Tage beschlagnahmt bleibt. "Die Briten haben unser Schiff geklaut (.) und wir haben reagiert", sagte Parlamentspräsident Ali Laridschani. Im vergangenen Jahr hatte Irans Präsident Hassan Ruhani mit einer Blockade der Route gedroht. Das US-Marineschiff USS Boxer habe sich in internationalen Gewässern befunden, als sich die Drohne genähert habe.

Das US-Finanzministerium kündigte unterdessen Sanktionen gegen eine Reihe internationaler Unternehmen wegen ihrer Verbindung zum iranischen Atomprogramm an. Irans Wirtschaft stürzte in eine schwere Krise. Die Europäer wollen zwar das Atomabkommen retten, wagen aber keine Konfrontation mit den USA. Zuvor hatte auch Außenminister Mohammed Dschawad Sarif erklärt, der Iran habe "keine Information über den Verlust einer Drohne am heutigen Tag".

Wie trickreich Iran im Persischen Golf agiert, zeigt auch das Festsetzen eines ausländischen Öltankers durch die Revolutionsgardisten am Wochenende.

Irans Chefdiplomat Sarif wies Washington die Schuld an der Eskalation der Spannungen zu. Bei ihrer Sommerpressekonferenz forderte sie am Freitag in Berlin, nach diplomatischen Lösungen zu suchen. Beides ergänze sich und sei koordiniert. Der Präsident und seine Regierung betonen, die Politik des "maximalen Drucks" werde den Iran mit Hilfe der Sanktionen früher oder später zwingen, an den Verhandlungstisch zu kommen. Das US-Militär wollte auch keine Angaben dazu machen, ob es sich um eine bewaffnete Drohne gehandelt habe.

Die US-Regierung verlegt nun zur Abschreckung mehr Truppen in die Region. Zudem wirbt sie für eine Initiative "Operation Sentinel", mit der die kommerzielle Schifffahrt rund um die Straße von Hormus militärisch geschützt werden soll. Die Konferenz werde von Bahrain, den USA und Polen gemeinsam organisiert.

Für Großbritannien kommt die Krise mit dem Iran zur Unzeit - inmitten des Brexit-Strudels und nur Tage vor einem Regierungswechsel.

Comments