EU-Wettbewerbshüter verhängen 242 Millionen Euro Strafe gegen Qualcomm

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Brüssel. Der High-Tech-Zulieferer Qualcomm hat erneut Ärger mit den EU-Wettbewerbshütern. Zu dem Zeitpunkt habe Qualcomm einen Marktanteil von rund 60 Prozent und damit eine marktbeherrschende Stellung gehabt.

Dem Chiphersteller Qualcomm wird in einem Kartellverfahren vorgeworfen vor rund 10 Jahren seine marktbeherrschende Stellung missbraucht zu haben und Konkurrenten gezielt zu verdrängen.

Es ist nicht die erste Strafe der EU gegen Qualcomm: Bereits im Januar 2018 wurde eine Geldbuße von 997 Millionen Euro verhängt, weil der Chiphersteller einem seiner Hauptkunden Geld gezahlt hatte, damit dieser nicht zur Konkurrenz überläuft.

Letztlich muss man wohl konstatieren, dass das Vorgehen Qualcomms von Erfolg gekrönt war: Icera wurde 2011 von Nvidia geschluckt, das seine Baseband-Chip-Sparte, in der Icera aufgegangen war, 2015 abwickelte. "Das strategische Verhalten von Qualcomm hat Wettbewerb und Innovation auf dem Markt verhindert", erklärte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager.

Der Hersteller spielt als Chiplieferant nach wie vor eine herausragende Rolle. Qualcomm will Widerspruch einlegen.

In einem seit mehreren Jahren laufenden Wettbewerbsverfahren gegen Qualcomm ist es nun zu einer vorläufigen Entscheidung gegen den US-amerikanischen Chip-Riesen gekommen. Inzwischen ist Qualcomm tatsächlich der weltweit größte und wichtigste Anbieter von Mobilfunk-Modemchips - vor allem auch, nachdem Intel vor Kurzem die Entwicklung von 5G-Produkten einstellte. Bei Mobilfunkchips hatte der PC-Chipgigant in der jüngeren Vergangenheit häufig gegen Qualcomm das Nachsehen. Das US-Unternehmen will dabei deutlich machen, dass die Kunden sich damals nicht nur wegen der Preise, sondern auch wegen der überlegenen Technologie für die Modems von Qualcomm entschieden haben.

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