WDR stellt Anzeige nach Morddrohung gegen Restle

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Nicht zuletzt deshalb dürfte sich der WDR dazu entschlossen haben, Strafanzeige zu stellen - denn sein Journalist Georg Restle, Leiter der Redaktion "Monitor", ist mit dem Tod bedroht worden.

"Das Schreiben ist dem Anschein nach dem rechtsextremen Spektrum zuzuordnen", sagte eine WDR-Sprecherin in Köln. Intendant Tom Buhrow sagte, es entsetze und erschüttere ihn, dass es eine Morddrohung gegen einen Mitarbeiter seines Hauses gebe. Restle hatte am 11. Juli in einem Kommentar für die "Tagesthemen" im Ersten kritisch gegen die AfD Stellung bezogen. Georg Restle ist ein ausgezeichneter investigativer Journalist, der die politische Landschaft in Deutschland kritisch begleitet. Aus Anlass der Einstufung der "Identitären" als "rechtsextremistische Bewegung" durch den Verfassungsschutz kommentierte Restle deren Nähe zur Partei: "Was bei den 'Identitären' Ideologie ist, ist bei der AfD quasi Programm", sagte er: "Wer dieses Nazi-Netzwerk also schwächen will, darf der AfD keinen Raum, keine Bühne und erst recht keine Stimme geben".

Der hessische Regierungspräsident Walter Lübcke (CDU) war am 2. Juni in seinem Haus im Landkreis Kassel erschossen worden. Der Generalbundesanwalt geht von einem rechtsextremen Hintergrund aus.

AfD-Chef Meuthen reagierte in einer Rede darauf. AfD-Politiker Nicolaus Fest sagte öffentlich, Angela Merkel müsse "erlegt" werden. Frauen, Kinder. Mir egal.

Der Meinungsbeitrag des WDR-Journalisten Restle wurde bei der kritisierten Partei nicht eben sportlich aufgenommen.

Solches Rufen, so Meuthen, sei "auch die einzig richtige Antwort für solche abstoßenden Feinde der Demokratie und für Feinde der Freiheit der Meinung und der freien Meinungsäußerung".

Zu den Äußerungen Restles, welche deutlich als Kommentar gekennzeichnet waren, sagte der medienpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Martin E. Renner, es seien "Ehrabschneidende Unterstellungen", er habe dem Inendanten des Senders einen offenen Brief geschrieben. "In unserem Kampf für demokratische Institutionen prüfen wir derzeit weitere Schritte, um Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu ihrem Recht zu verhelfen".

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