Kampf gegen Meeresspiegelanstieg:Forscher wollen Antarktis beschneien

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Der Meeresspiegel droht zu steigen.

Mit einer kühnen Utopie ließe sich nach Einschätzung von Forschern ein drohender Eiskollaps in der Westantarktis vermeiden.

"Der Westantarktische Eisschild ist das erste Kippelement in unserem Klimasystem, das wir gerade kippen sehen".

Nach den Ergebnissen ihrer im Fachjournal "Science Advances" veröffentlichten Studie wäre es möglich, die anhaltende Eisschmelze durch Beschneiung mit aus dem Meer gepumptem Wasser zu bremsen und so auch langfristig viele dicht besiedelte Küstengegenden weltweit zu retten.

Mit Billionen Tonnen an zusätzlichem Schnee könnten die Gletscher nach Einschätzung der Forscher gerettet werden. Allerdings würde dies beispiellose Ingenieurslösungen erfordern und eine der letzten unberührten Regionen der Erde erheblichen Umweltrisiken aussetzen. "Im Kern geht es um die Abwägung, ob wir als Menschheit die Antarktis opfern wollen, um die heute bewohnten Küstenregionen und das dort entstandene und entstehende Kulturerbe zu retten", gibt Levermann zu bedenken.

Die Beschneiung der Westantarktis wäre allerdings ein heftiger Eingriff in die Natur. Das Hochpumpen, das Entsalzen und die Erwärmung des Meerwassers sowie das Betreiben der Schneekanonen würden eine Strommenge in der Größenordnung von mehreren zehntausend Highend-Windturbinen erfordern: "Einen solchen Windpark inklusive der dafür nötigen Infrastruktur in der Amundsensee zu errichten und derartige enorme Mengen an Meerwasser zu entnehmen, würde im Wesentlichen den Verlust eines einzigartigen Naturreservates bedeuten".

Eine weitere Schwierigkeit wäre auch das raue antarktische Klima, das die technischen Herausforderungen kaum absehbar macht. Forscher aus Potsdam haben jetzt einen neuen Lösungsansatz, den sie selbst als "offensichtlich absurd" bezeichnen: Das künstliche Beschneien der Antarktis!

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