Streit unter Nato-Partnern - Trump: Verständnis für Türkei wegen russischen Waffensystems

Einstellen Kommentar Drucken

Nachdem die Türkei bereits von Russland das Luftabwehrsystem S-400 geliefert bekommt, hat Moskau Ankara einen weiteren Rüstungsdeal angeboten. Zugleich schloss er den Verkauf amerikanischer F-35-Kampfjets an den Nato-Partner aus.

Während Russland den Rüstungsdeal als großen Erfolg verbuchte, dürfte er für die Türkei nicht ohne Konsequenzen bleiben: US-Präsident Donald Trump sagte am Dienstag bei einer Kabinettssitzung, es sei der Türkei nun verwehrt, mehr als 100 Kampfjets des Typs F-35 zu kaufen. Und jetzt sagen wir der Türkei, dass wir ihr die F-35-Kampfjets nicht verkaufen, weil sie gezwungen war, ein anderes Raketensystem zu kaufen.

Der designierte US-Verteidigungsminister, Mark Esper, kritisierte die Türkei dagegen am Dienstag. Damit spielte er auf die Lieferung des umstrittenen Luftabwehrsystems S-400 an die Türkei an. Das Pentagon droht damit, die Türkei Ende Juli aus dem F-35-Programm auszuschließen.

Wir haben eine Situation, in der die Türkei sehr gut zu uns war, sehr gut.

Trumps Regierung hatte in den vergangenen Wochen auch mit Sanktionen gedroht. Eine Sprecherin des Außenministeriums sagte am Dienstag (Ortszeit), Trump und Außenminister Mike Pompeo prüften derzeit noch die verschiedenen Optionen. Sanktionen seien in Arbeit. Die US-Regierung werde öffentlich dazu Stellung nehmen, sobald die Überlegungen abgeschlossen seien.

Die Entscheidung der Türkei, Raketenabwehrsysteme S-400 aus russischer Produktion zu kaufen, hat die Beziehungen zwischen Ankara und Washington stark belastet. Inzwischen ist nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Ankara das zwölfte Flugzeug mit russischen Raketenteilen auf dem Luftwaffenstützpunkt Mürted (früher Akinci) bei Ankara gelandet. Die Türkei hatte in der vergangenen Woche erklärt, man überlege, ebenfalls das Patriot-System zu erwerben. Sie gab auch an, dass man in früheren Jahren mehrfach Patriot-Systeme habe kaufen wollen, die US-Regierung dies aber abgelehnt habe. Das stimmt allerdings nicht ganz.

Comments