UN-Bericht: Weniger Aids-Tote im Jahr 2018 - aber auch weniger Mittel

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Weniger Tote - aber erstmals auch weniger Mittel für den Kampf gegen das HI-Virus: Zwar sank die Zahl der Aids-Toten nach UN-Abgaben binnen acht Jahren um rund ein Drittel auf zuletzt 770.000, gleichzeitig aber lässt der Wille, die Immunschwächekrankheit endgültig auszumerzen, nach UN-Angaben nach.

Seit Anfang der 80er Jahre haben sich weltweit 78 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert, fast jeder zweite von ihnen starb an Aids. 2018 lebten nach der Schätzung eine Million mehr Menschen mit HIV als im Jahr davor, insgesamt 37,9 Millionen. Die Zahl der Neuinfektionen blieb mit 1,7 Millionen im Vergleich zum Jahr 2017 unverändert.

Laut dem in Paris veröffentlichten Jahresbericht des UNO-Programms "Unaids" starben rund 770.000 Menschen an der Immunschwächekrankheit.

Mangelnder politischer Willen und ungenügende Mittel könnten das bisher Erreichte wieder untergraben, warnte die amtierende Unaids-Chefin.

Der Kampf gegen Aids wird an vielen Fronten geführt - hier 2013 an einem Strand in Indien. Dort mache aber vor allem Südafrika gute Fortschritte: Die Zahl der neuen Infektionen sei seit 2010 um 40 Prozent zurückgegangen, die Zahl der Todesfälle sei im gleichem Umfang reduziert worden. "Es ist möglich AIDS zu beenden, aber wir müssen uns auf die Menschen und nicht auf die Krankheit konzentrieren", sagt die Geschäftsführerin von UNAIDS, Gunilla Carlsson. Mehr als die Hälfte der Menschen, die sich 2018 mit HIV infizierten, gehört demnach einer der Hauptbetroffenen-Gruppen an: Dazu zählen Personen, die Rauschgift injizieren, Männer, die Sex mit Männern haben, Transgender, Sexarbeiter und Gefängnisinsassen sowie ihre jeweiligen Partner.

"Der rechtzeitige Einsatz wirksamer Diagnostika und Medikamente zur Behandlung von HIV/Aids könnte die meisten dieser Todesfälle verhindern, und doch ist die Zahl der Aids-Todesfälle seit 2014 nur minimal zurückgegangen", betonte die Hilfsorganisation.

Weltweit hätten sich im vergangenen Jahr 1,7 Millionen Menschen neu angesteckt, so UNAIDS, das sei ein Rückgang um 16 Prozent seit 2010.

Nach wie vor sei Ost- und Südafrika aber die am stärksten von HIV betroffene Region, mit 20,6 Millionen Infizierten. Nur gut 60 Prozent wurden aber mit den lebenswichtigen Medikamenten versorgt.

Das HI-Virus schädigt und zerstört bestimmte Zellen der Immunabwehr und macht Infizierte anfällig für Krankheiten. Unbehandelt ist die Folge AIDS (Acquired Immunodeficiency Syndrome/Erworbenes Immunschwächesyndrom).

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