Zypern - EU-Sanktionen wegen Gas-Erkundungen - Türkei gibt sich unbeeindruckt

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Die Türkei hat zurzeit zwei Bohrschiffe und ein Forschungsschiff vor der Küste Zyperns. "Wir werden heute eine Reihe von Maßnahmen gegen die Türkei beschließen, unter anderem weniger Geld, weniger Kreditvergaben durch die EIB, Aussetzung der Verhandlungen zum Luftverkehrsabkommen", sagte Schallenberg heute vor einem EU-Außenministerrat in Brüssel.

Von den EU-Sanktionen gibt sich die Türkei allerdings unbeeindruckt.

Sie hält den Norden von Zypern seit 1974 besetzt und will mit den Bohrungen die Anteile der türkischen Zyprer am Erdgasgeschäft sichern. Die Entscheidung würde in "keinster Weise" die Entschlossenheit der Türkei beeinträchtigen, ihre Aktivitäten im östlichen Mittelmeer fortzusetzen, teilte das Außenministerium in Ankara am Dienstag mit.

Die Türkei will trotz der EU-Sanktionen weiter nach Erdgas vor Zypern suchen. Die Türkei vertritt allerdings den Standpunkt, dass die Gewässer, in denen sie aktiv ist, zu ihrem sogenannten Festlandsockel gehören. Die EU habe die Besetzung Nordzyperns durch die Türkei völkerrechtlich nie anerkannt. Dagegen ist die Insel Republik Zypern international anerkannt und seit 2004 EU-Mitglied.

Unter Vermittlung der Vereinten Nationen haben Nordzypern und und die Republik Zypern versucht, sich im Streit um Erdgasvorkommen im Seegebiet vor der Mittelmeerinsel anzunähern.

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