USA drohen dem NATO-Mitglied: Umstrittene russische Raketenabwehr in Türkei angekommen

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Nach Angaben des türkischen Verteidigungsministeriums wurden sie in eine Militärbasis in der Nähe von Ankara gebracht.

Die Lieferung des russischen Raketenabwehrsystems S-400 an die Türkei sorgt weiter für Streit mit den Vereinigten Staaten. Die Nato zeigte sich am Freitag "besorgt".

Ein russisches Waffensystem mit empfindlichen Radaren in der Türkei - also Nato-Luftraum: Ein großes Sicherheitsrisiko, schimpfen die USA und drohen mit Sanktionen. Für die Militärallianz sei es elementar, dass die Streitkräfte der Mitgliedstaaten im multinationalen Rahmen zusammenarbeiten können.

Trotz US-Sanktionsdrohungen hat die Türkei das russische System S-400 angeschafft. Die Türkei zahlt 2,5 Milliarden Dollar für zwei Batterien der S-400. Nach der Auslieferung der S-400 könnte die Lösung aber wohl nur so aussehen, dass die Türkei sie nicht installiert.

Die russischen Luftabwehrraketen S-400 sind das Gegenstück zu den US-amerikanischen Patriot-Luftabwehrraketen, die sonst innerhalb der Nato genutzt werden. Unser Verteidigungsministerium hat dazu alle notwendigen Erklärungen abgegeben.

Die USA hatten der Türkei zudem mit weiteren Sanktionen gedroht, sollte sie das Geschäft mit Russland durchziehen. Washington fürchtet, dass die Installation des russischen Systems beim Nato-Partner die Sicherheit der eigenen Flugzeuge gefährdet. Damit drohen der Türkei US-Sanktionen, die der ohnehin fragilen Wirtschaft des Landes einen weiteren Tiefschlag versetzen könnten. Daraufhin verschickte das Außenministerium in Ankara eine Erklärung, die Warnungen stünden nicht im Einklang "mit dem Inhalt und dem Geist des Treffens von unserem Präsidenten und US-Präsident Trump während des G20-Gipfels" in Japan Ende Juni.

Ob es zu Strafmaßnahmen kommt, hängt unter anderem von US-Präsident Donald Trump ab. Und die S-400 sei schließlich dazu da, Kampfjets wie die F-35 zu bekämpfen. Er sagte zu Journalisten: "Es gibt kein Problem und der Prozess wird auf gesunde Weise fortgesetzt". Somit widersetzte sie sich dem Druck aus Washington, den Vertrag mit Russland nicht einzuhalten.

Die USA hatten der Türkei die Patriots in den vergangenen Monaten mehrfach anstelle der S-400 angeboten.

Die Lieferung eines russischen Raketenabwehrsystems in die Türkei hat begonnen. Das hätte zur Folge, dass die Türkei entsprechend mehr in Russland kauft und sich so sukzessive immer mehr aus der Nato verabschieden würde.

Der Experte Nick Heras vom Center for a New American Security sagte, die S-400 würden die türkische Luftabwehr revolutionieren.

Der russische Außenpolitiker Leonid Sluzki sagte der Agentur Interfax zufolge, die S-400 könnte auch in andere Länder im Nahen Osten geliefert werden. Und natürlich sähe die Türkei, "dass die USA in der Region an Bedeutung verlieren und sich von Syrien bis Afghanistan zurückziehen wollen". "Es gibt keine Garantie, dass die Türkei ewig im US-Lager bleibt", sagte Heras.

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