Facebooks "Libra" als Bedrohung für den Euro?

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Das Bundesfinanzministerium sieht einer Zeitung zufolge Facebooks geplante digitale Währung Libra als Bedrohung für den Euro. Dies teilte die "Bild" (Dienstagausgabe) vorab unter Berufung auf ein internes Papier des Ministeriums mit. Gemeinsam mit der Deutschen Bundesbank solle die deutsche Regierung prüfen, "wie eine Etablierung als echte Alternative zur staatlichen Währung verhindert werden kann". Facebook und andere hätten noch "viel Arbeit" vor sich, bevor sie Kryptowährungen einführen könnten. Libra soll es allen Facebook-Nutzern ermöglichen, untereinander Geld zu versenden und Waren von Unternehmen zu kaufen. Diese Bedenken sollten "frühzeitig gegenüber Facebook adressiert" werden.

Facebook will seine geplante Kryptowährung Libra erst nach der Zustimmung der Aufsichtsbehörden starten. "Ein 'Wettbewerb' zwischen staatlicher und privater Währung könnte sich negativ auf das Währungsmonopol der EZB auswirken", zitiert die Zeitung daraus. "Alle sehen die Pläne von Facebook durchaus kritisch", lautet dem Bericht zufolge das Fazit. Das Ministerium gesteht allerdings ein, dass grundsätzlich Bedarf für digitales Geld bestehe. Das Digitalgeld mit dem Namen Libra basiert ähnlich wie der Bitcoin auf der sogenannten Blockchain-Technologie, soll aber ohne Kursschwankungen auskommen.

In Deutschland gab es seit der Ankündigung durch Facebook bereits Vorbehalte unter anderem seitens der Bundesbank, von Datenschützern und anderen Finanzexperten, die ebenfalls vor einer Dominanz des Internetkonzerns auf dem Finanzmarkt warnen.

Eine Stellungnahme des Finanzministeriums lag zunächst nicht vor. Bedenken müssten vor einem Start vollständig ausgeräumt werden, hieß es in einem vorbereiteten Redetext von David Marcus, der bei Facebook für Libra zuständig ist. Dabei will er einem voraus veröffentlichten Redemanuskript zufolge erklären, dass Libra nicht als Konkurrent zu staatlichen Währungen gedacht sei.

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