Streng geheime Verhandlungen: Hohenzollern erheben Ansprüche auf tausende bedeutende Kunstwerke

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Georg Friedrich von Preußen, Chef des Hauses Hohenzollern, fordert vom Bund und von den Ländern Berlin und Brandenburg Tausende von Kunstwerken zurück.

Außerdem hätte der Nachfahre des letzten deutschen Kaisers nach dem Vertragsentwurf gern "ein dauerhaftes, unentgeltliches und grundbuchlich zu sicherndes Mitbenutzungsrecht. auf (noch zu vereinbarendes Grundstück, Schloss o.ä.)", wie es in dem Papier heißt.

1926 hatten sich der Staat Preußen und das Haus Hohenzollern eigentlich über die Vermögensverhältnisse geeinigt. Nun gehe es unter anderem um rechtliche Unklarheiten im damaligen Vertrag. Nach dem Vergleichsangebot der öffentlichen Hand könnte das Haus Hohenzollern zehn von 266 stritten Gemälden erhalten, heißt es in einem Behördenvermerk.

Es geht um Sammlungsobjekte, die im Besitz des Deutschen Historischen Museums, der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg befinden. Darunter seien historische Möbel, Textilien, Gemälde und Memorabilia, die im Schloss Monbijou ausgestellt waren. Zwar geht es insgesamt nur um weniger als 0,1 Prozent der in den staatlichen Sammlungen vertretenen Gegenstände und Gemälde, doch sie seien von teils erheblichem Wert und von großer historischer Bedeutung, wie es hieß. Mit dem angestrebten außergerichtlichen Vergleich sollten Gerichtsprozesse vermieden werden.

Das Bundeskanzleramt in Form des Stabs von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) habe die Forderung am 13. Juni per Brief abgelehnt.

Die Hohenzollern zählen zum deutschen Hochadel, das derzeitige Familienoberhaupt ist Ururenkel von Wilhelm II., dem letzten deutschen Kaiser. Dem Bericht zufolge erweiterten die Hohenzollern zuletzt ihre Forderungen an die öffentliche Hand um Teile des früheren Hausarchivs und der Bibliothek der Preußenkönige sowie den Anspruch auf Wohnrecht. Nach Informationen der Zeitung habe das Adelshaus zwischenzeitlich die Leihverträge für Kunstwerke mit öffentlichen Museen gekündigt. Vom Bund ist, wie aus dem Schreiben an den Preußenprinz hervorgeht, "aufgrund der konstruktiven Atmosphäre unserer bisherigen Gespräche" am 24. Juli noch einmal ein Gütetermin angesetzt, "um zu beraten, ob es noch einen Lösungsweg in dieser Angelegenheit gibt".

Wie das Büro der Kulturbeauftragten erklärte, wurde in einem ersten Schritt der Gespräche erfasst, über welche Objekte überhaupt verhandelt werden muss. Sollte es zu einer Gesamtlösung kommen, müssten sowohl die Aufsichtsgremien der betroffenen Einrichtungen als auch die Finanzministerien des Bundes sowie der Länder Berlin und Brandenburg diese genehmigen.

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