Nach heftigen Trump-Attacken: US-Notenbankchef lässt Tür für baldige Leitzinssenkung offen

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Nachdem erste Aussagen bereits veröffentlicht wurden, taxierte der Broker IG den US-Leitindex Dow Jones Industrial rund eine dreiviertel Stunde vor dem Börsenstart bei 26 827 Punkten - das war ein Plus von 0,14 Prozent.

Der oberste Notenbanker ließ die Tür für niedrigere Leitzinsen weit offen. Eine entsprechende Frage von Mitgliedern des US-Repräsentantenhauses am Mittwoch in Washington, ob er seine Sachen packen und gehen würde, falls Trump ihn anriefe und zum Gehen auffordere, verneinte er."Natürlich würde ich das nicht tun". Die Aussagen bestätigen die Erwartungen an den Finanzmärkten, dass die Fed ihren Leitzins Ende Juli senken wird. "Meine Antwort wäre nein", sagte Powell. 2018 hatte die Fed den Schlüsselsatz vier Mal angehoben - zuletzt im Dezember auf die Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent, bevor sie eine Pause einlegte. Powell betonte zu Beginn seines Statements, dass der Kongress der Fed ein hohes Maß an Unabhängigkeit zugestehe. Investoren beruhigte das ein wenig - waren nach dem starken US-Arbeitsmarktbericht in der vergangenen Woche doch Zweifel aufgekommen, ob die Fed wirklich schon wieder die Zinswende einleitet und Billiggeld in die Märkte pumpt. Dies könne helfen, mögliche künftige Schocks für die Wirtschaft abzufedern. So habe sich die Wirtschaft in einigen wichtigen Staaten abgeschwächt. Diese Aussagen könnten darauf hindeuten, dass die Notenbank keine allzu strikte Geldpolitik anstrebt. Zudem verwies er auf ungelöste politische Probleme.

Die Unsicherheit mache sich laut Powell bei einem rückläufigen Wachstum der Unternehmensinvestitionen bemerkbar. Der internationale Handelskonflikt und die schwache Weltwirtschaft lasteten weiter auf dem Konjunkturausblick.

"Eine Senkung bereits im Juli ist damit wahrscheinlich", kommentierte Ökonom Bernd Weidensteiner von der Commerzbank. Der MDax, der die Aktien mittelgroßer Unternehmen repräsentiert, verlor 0,01 Prozent auf 25.821,19 Punkte. "Nach dem recht starken Arbeitsmarktbericht vom Freitag ist ein grosser Schritt unwahrscheinlich". Ein grosser Schritt würde laut Weidensteiner zu sehr nach Panik aussehen. Der Euro kostet 1, 12 60 Dollar. Die Kurse von US-Staatsanleihen stiegen. Die Aktien von LEG Immobilien, Deutsche Wohnen und TAG Immobilien verzeichneten Abgaben zwischen 1,0 und 1,7 Prozent.

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