Erdgas-Erkundungen vor Zypern: EU erwägt Strafmaßnahmen gegen Türkei

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Die Türkei will vor der Ostküste Zyperns nach Erdgas bohren. Die EU und die USA halten das Unterfangen für illegal.

Vertreter der EU-Staaten wollten nun am Mittwoch erstmals über von Zypern geforderte Strafmaßnahmen gegen die Türkei beraten.

Vor der Ausweitung der türkischen Erdgassuche vor Zypern weist das Außenministerium in Ankara Vorwürfe aus der EU zurück, wonach die Bohrungen illegal seien.

In Brüssel verständigten sich die Botschafter der EU-Mitgliedstaaten darauf, konkrete Planungen zu beginnen. Eventuell könnten bereits am kommenden Montag bei einem EU-Außenministertreffen Strafmaßnahmen beschlossen werden.

Mogherini sagte nach der Nachricht vom zweiten Einsatz von Bohrschiffen, dass dies eine "inakzeptable Eskalation" sei, die die Souveränität des EU-Mitglieds Zypern verletze: "Die erklärte Absicht der Türkei, eine neue Bohroperation nordöstlich von Zypern illegal durchzuführen, gibt Anlass zu großer Sorge". Im zweiten Schritt wären dann sogar Sanktionen gegen Personen, Unternehmen oder ganze Wirtschaftszweige in der Türkei möglich. Es soll Probebohrungen im Golf der Hafenstadt Famagusta beginnen. Das Forschungsschiff "Barbaros Hayreddin "ist für seismische Untersuchungen südlich der Insel unterwegs". Die Türkei steht aber auf dem Standpunkt, dass die Gewässer, in denen sie aktiv ist, zu ihrem sogenannten Festlandsockel gehören.

"Die Republik Zypern ist entschlossen, weiterhin ihre gesetzlichen Rechte zum Nutzen aller ihrer Bürger zu verteidigen und ihre Bemühungen auf rechtlicher, politischer und diplomatischer Ebene mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln, insbesondere im Rahmen der Europäischen Union, zu intensivieren", heißt es in einer neuen Erklärung der zypriotischen Regierung. Sie hält den Norden von Zypern mit türkischen Truppen besetzt. In den vergangenen Jahren hatten Erdgaskonzerne im Auftrag der Republik Zypern westlich der Insel reiche Erdgasvorkommen entdeckt. Die Suche geht südlich vor Zypern weiter. Sie dürfe sich nicht nur der Solidarität willen an die Seite Zyperns stellen. Cavusoglu kündigte an, dass die Türkei ihre Bohrungen fortsetzen werde.

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