CO2-Steuer: Diese Kosten könnten auf uns zu kommen

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Die Bundesregierung wird sich jetzt aus dem Gutachten herauspicken, was sie hören wollte: wissenschaftlichen Segen für eine neue CO2-Steuer, zu der die Koalitionäre mehrheitlich ohnehin tendieren.

Aktuell gebe es die "historische Chance, die kleinteilige, teure und ineffiziente deutsche Klimapolitik so umzustellen, dass die Bepreisung von CO2 im Zentrum steht", erklärte Schmidt. Konkret sprechen sich die Wirtschaftsweisen dafür aus, einen sektorübergreifend einheitlichen Preis für Treibhausgasemissionen einzurichten.

Eine sogenannte Klimaprämie sei das beste Instrument, um kleinere Einkommen zu schonen, sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze in Berlin. Die Vorschläge für eine mögliche CO2-Abgabe - in unserem Video. Teile der Union befürworten stattdessen eine Ausweitung des Emissionshandels auf den Verkehrssektor, wie auch die FDP. Ein solcher Handel mit Rechten für Gas oder Öl allein in Deutschland sei grundsätzlich auch eine Option, sei aber ebenfalls nicht schnell umzusetzen. Dabei halten sie sowohl einen neuen Emissionshandel als auch eine CO2-Steuer für möglich. Um das zu erreichen, könnte CO2 künftig bepreist werden. Die zusätzlichen Einnahmen daraus sollten "rückverteilt" werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnete das Sondergutachten, das die Bundesregierung bei dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Auftrag gegeben hatte, als "fundierte Grundlage". Verhaltensanpassungen erleichtern könnten dabei begleitende Maßnahmen, wie etwa Prämien für den Austausch von Heizungen. Zugleich sei die Bepreisung von CO2 ein "sehr komplexes" Thema, fügte sie mit Blick auf die Einbettung in den internationalen Kontext und soziale Aspekte hinzu. Zugleich werde es noch "breite Diskussionen" und "keine einfachen Entscheidungen" geben, zeigte sich Merkel überzeugt.

Mit der Einführung eines CO2-Preises würde Deutschland kein Neuland betreten.

Deutschland hinkt seinen internationalen Verpflichtungen besonders im Verkehr und im Gebäudesektor hinterher. In der zweiten Septemberhälfte will die Bundesregierung ein Paket festzurren, das sicherstellt, dass wenigstens das Ziel für 2030 - nämlich 55 Prozent weniger Treibhausgase als 1990 - erreicht wird.

Beim Emissionshandel legt die Politik die Gesamtmenge des erlaubten CO2-Ausstoßes fest.

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