"Operation Nachtwache": Rembrandt-Gemälde wird restauriert

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Das berühmteste Gemälde des niederländischen Meisters ist 377 Jahre alt - Zeit für eine Generalüberholung. Seit Montag widmet sich ein Expertenteam der Aufbereitung des Meisterwerks. Anfang Januar 1911 geschah dies zum ersten Mal, als ein arbeitsloser Seemann mit einem spitzen Schustermesser auf die Nachtwache einhackte.

Der Bereich des Museum ist allerdings nicht gesperrt - Besucher können dem Team bei der Arbeit zuschauen. Das Museumspublikum kann alles beobachten - und wer gerade nicht in Amsterdam ist, kann über die Website des Reichsmuseums ab 17 Uhr im Livestream zusehen. Denn: Es gibt eine Übertragung im Internet.

Experten werden das Gemälde mit neuesten Techniken untersuchen, fotografieren und dann restaurieren.

Damit die Arbeiten überhaupt vernünftig vonstatten gehen können, war einiger Aufwand notwendig. "Ich denke, dass die große Herausforderung darin bestehen wird, all dieses Material zu studieren, zu interpretieren und dann zu versuchen, zu verstehen, was es für den aktuellen Zustand des Gemäldes bedeutet und wie es gemalt wurde". Drumherum wurde ein Glaskasten gebaut, in dem Experten auf beweglichen Podesten arbeiten. In der ersten Arbeitsphase wird das Bild zunächst mit Scannern, Lasern und Mikroskopen analysiert. Dabei erhoffen sich die Forscher Auskunft darüber, wie Rembrandt gearbeitet hat und welche Farben er benutzte. Die Informationen, die sie sammeln, sollen es ermöglichen, das Bild möglichst originalgetrau wiederherzustellen, ohne es (weiter) zu verändern. Am Ende dieser Phase wird nach Angaben des Museum die unvorstellbare Menge von "mehreren Terabytes" an Informationen zur Verfügung stehen.

Jährlich besuchen mehr als zwei Millionen Menschen das Rijksmuseum in Amsterdam. Das monumentale Bild zeigt Schützen der Amsterdamer Bürgerwehr.

"Die Nachtwache" heißt eigentlich "Die Kompanie von Kapitän Frans Banning Cocq und Leutnant Willem van Ruytenburgh macht sich bereit zum Ausrücken" und blickt auf eine bewegte Geschichte zurück.

Zuletzt war "Die Nachtwache" 1976 restauriert worden, nachdem ein psychisch kranker Mann das Werk mit Messerstichen beschädigt hatte. Bis dahin wird "Die Nachtwache" von Restauratoren, Kunsthistorikern und Computerprofis untersucht.

"Operation Nachtwache", wie das Museum die aufwändige Restaurierung nennt, wird voraussichtlich mehrere Millionen Euro kosten. Die "Operation Nachtwache" wird mindestens ein Jahr dauern.

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