Merkel, Zitteranfall: Bundeskanzlerin erleidet erneut einen Zitteranfall

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Merkel hatte beim Empfang Rinnes während des Abspielens der Nationalhymnen auf dem Podium vor dem Kanzleramt erneut am ganzen Körper gezittert. Die Kanzlerin hat den Ruf, jahrelang bei nationalen und europäischen Verhandlungsmarathons bis spät in die Nacht durchzuhalten.

Insgesamt ist es schon der vierte öffentliche Zitteranfall Merkels. Sie erklärte, dass sie inzwischen drei Gläser Wasser getrunken habe und es ihr, wie man sehe, wieder sehr gut gehe. Nur neun Tage später bei der Überreichung der Ernennungsurkunde an die neue Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (54, SPD) durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (63) dieselbe Situation. Beim Empfang des finnischen Ministerpräsidenten Antti Rinne begann die Kanzlerin wieder unkontrolliert zu zucken. Die Kanzlerin hatte Zweifel an ihrem Gesundheitszustand ebenfalls zurückgewiesen. "Man muss sich keine Sorgen machen", sagte sie und erklärte den Anfall damit, dass sie immer noch ihren Anfall vor drei Wochen zu verarbeiten habe. Diese psychologische Verarbeitung sei offensichtlich noch nicht abgeschlossen, aber es gebe Fortschritte. Es ist bereits der dritte solche Anfall innerhalb von gut drei Wochen.

Sie begründete den Anfall damit, dass sie immer noch in der "Verarbeitungsphase" des Anfalls Mitte Juni beim Empfang des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sei. Beide Male betonte Regierungssprecher Steffen Seibert, dass es der Kanzlerin gut gehe. Sie glaube, "dass es so, wie es gekommen ist, eines Tages auch vergehen wird". Bereits bei einem Besuch in Mexiko-Stadt im Juni 2017 zittern ihr beim Empfang durch den damaligen Präsidenten Enrique Peña Nieto die Beine - genau wie jetzt beim Abspielen der Nationalhymnen.

Trotzdem machen sich viele Bürger Sorgen um die Kanzlerin: Was ist mit Angela Merkel los - so kurz vor ihrem 65. Geburtstag in der kommenden Woche? Wie lange Angela Merkel ihrem Job noch gewachsen ist, kann am Ende nur sie selbst beantworten.

Vor mehr als 20 Jahren schon hatte Merkel der Fotografin Herlinde Koelbl gesagt, sie wünsche sich, nicht als "halbtotes Wrack" aus der Politik auszusteigen.

Merkel kommentierte den zweiten Anfall lediglich mit den Worten: "Ich bin überzeugt, so wie diese Reaktion aufgetreten ist, so wird sie auch wieder vergehen".

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