Finanzspritze für Richard Bransons Weltraumtourismus - Wirtschaft

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Zuerst berichtete darüber das "Wall Street Journal (WSJ)". Branson sagte am Dienstag, Virgin Galactic habe "große Fortschritte" in seinem Testflugprogramm gemacht und sei auf gutem Wege, mit den kommerziellen Flügen beginnen zu können - innerhalb eines Jahres.

Das Geschäft mit Reisen ins All als Geldanlage: Richard Bransons Firma Virgin Galactic wird bald das erste börsennotierte Weltraumtourismusprojekt sein. Dies soll dem Unternehmen 800 Millionen Dollar einbringen. Der Deal soll im zweiten Halbjahr abgeschlossen werden. Virgin Galactic würde damit trotzdem zur weltweit ersten börsennotierten Raumfahrtfirma, die selbst Astronauten ins All befördert. Durch den Zusammenschluss mit einem bereits am Kapitalmarkt gelisteten Unternehmen kann die Firma von Milliardär und Gründer Richard Branson den Prozess eines eigenen Börsengangs umgehen. Vor einigen Wochen twitterte Branson, dass Virgin Galactic nun den jahrelang fast verwaisten Spaceport America in der Wüste von New Mexico beziehen werde, wo die Weltraumtouristen starten sollen. Seit seiner Gründung im Jahr 2004 hat Virgin Galactic bereits über eine Milliarde Dollar eingesammelt, der größte Teil des Geldes stammt von Richard Branson selbst. 2017 hatte Saudi-Arabiens Staatsfonds angekündigt, eine Milliarde Dollar in das Unternehmen zu investieren.

Hinter der Finanzspritze, die Bransons Ambitionen für profitable Reisen ins Weltall beflügeln soll, steht das Unternehmen Social Capital Hedosophia Holdings (SCH) - eine sogenannte Special-Purpose Acquisition Company (SPAC), deren Zweck es ist, an den Börsen Geld einzusammeln und dieses dann anschließend in die Übernahme zu investieren.

Virgin Galactic, das beim Weltraumtourismus mit den Plänen von Amazon-Gründer Jeff Bezos und Tesla- und SpaceX-Chef Elon Musk konkurriert, wollte sich zu dem Bericht auf AFP-Anfrage nicht äußern.

Derzeit verfügt Virgin Galactic nach eigenen Angaben über eine Liste mit Reservierungen von rund 600 Personen aus 60 Ländern, die sich für Gesamtkosten von rund 80 Millionen Dollar einen Platz in Raumschiffen von Virgin Galactic gesichert haben. Doch nach dem Mord an dem Journalisten Jamal Khashoggi im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul brach Branson die Gespräche ein Jahr später ab.

Im Februar hatte Bransons Spacefirma vom kalifornischen Flugplatz Mojave aus einen erfolgreichen Testflug absolviert, der zwei Piloten und eine Managerin des Unternehmens auf 90 Kilometer Höhe brachte.

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