Christine Lagarde offiziell für die Spitze der EZB nominiert — EU-Finanzminister

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Wie der EU-Rat am Dienstag weiter mitteilte, soll die endgültige Ernennung der bisherigen Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) beim EU-Gipfel im Oktober erfolgen. Das Europaparlament wird nun konsultiert.

Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten die IWF-Chefin Lagarde in der vergangenen Woche vorgeschlagen, für die Benennung ist allerdings die offizielle Nominierung durch die Finanzminister nötig. Die 63-Jährige erklärte daraufhin, sie lasse ihren Posten an der IWF-Spitze während der Nominierungsphase ruhen. Traditionell wird der IWF von einem Europäer geleitet und die Schwesterorganisation Weltbank von einem Amerikaner. Offiziell hat sich die EU noch auf keinen Kandidaten festgelegt, da der IWF die Lagarde-Nachfolge noch nicht ausgeschrieben hat.

Luxemburgs Finanzminister Pierre Gramegna sagte, der Betreffende müsse Erfahrung im Krisenmanagement auf internationalem Level haben. Der frühere Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem erfülle diese Beschreibung. Man müsse einen Kompromiss auf europäischer Ebene finden, betonte er. Für den Spitzenjob in Washington wurden zahlreiche Kandidaten ins Gespräch gebracht, teilweise auch von außerhalb Europas.

Als Lagardes Nachfolger hatte sich auch der ehemalige britische Finanzminister George Osborne ins Spiel gebracht. Es sei deshalb wichtig, dass sich die EU "geschlossen hinter einen Kandidaten stellt". Von EU-Diplomaten hieß es aber, es sei wegen des Brexit unwahrscheinlich, dass ein britischer Kandidat die Unterstützung der anderen EU-Länder erhalten werde und zum Zuge komme. Draghis Amtszeit endet Ende Oktober. Die Amtszeit an der EZB-Spitze dauert acht Jahre und kann nicht verlängert werden.

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