Auslieferungen bei Boeing brechen ein

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Die Probleme der Amerikaner könnte Airbus nutzen, um Boeing erstmals seit Jahren wieder als Branchenführer zu überholen.

Der Absturz von zwei Maschinen des Typs 737 Max mit 346 Toten in Indonesien und Äthiopien bringt den US-Flugzeugbauer Boeing nicht nur wegen millionenschwerer Zahlungen an die Hinterbliebenen der Opfer sowie Schadenersatzansprüchen der Airlines, die ihre Maschinen wegen des weltweiten Flugverbots am Boden lassen müssen, unter Druck. Damit könnte Erzrivale Airbus 2019 erstmals seit sieben Jahren wieder den Titel als weltgrößter Flugzeughersteller holen. Virgin Australia hat die Auslieferung der ersten 737 Max zwei Jahre hinausgeschoben.

Von der 737-Serie gingen insgesamt nur noch 24 Stück an die Kundschaft. Bei den zuletzt zugestellten Fliegern handelt es sich um ältere 737-Modelle.

Boeing ist mit Klagen und Ermittlungen konfrontiert. Für die ersten sechs Monate 2019 meldeten die Europäer eine Steigerung der Auslieferungen auf 389 Flugzeuge, verglichen mit 303 im Vorjahreszeitraum. Erste Untersuchungsberichte deuteten auf einen Softwarefehler als entscheidende Absturzursache hin. Der Flugzeugtyp ist der direkte Konkurrent zur Boeings Max-Maschinen. Der US-Konzern lieferte insgesamt 806 Verkehrsflugzeuge aus.

Airbus hat noch keine Zahlen für die Auslieferungen im ersten Halbjahr vorgelegt, kam aber in den ersten fünf Monaten bereits auf 313 Maschinen, zehn mehr als 2018 zur selben Zeit.

Flyadeal will nun stattdessen zwischen 30 und 50 Maschinen vom Konkurrenzmodell Airbus A320neo einsetzen. Der Konzern hat eine Reihe von Produktionsproblemen ausgeräumt und will die Produktion seiner meistverkauften Flugzeuge der A320-Baureihe in diesem Jahr erhöhen.

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