Internationale Koalition - Washington strebt weltweites Bündnis gegen Iran an

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Im politischen Konflikt mit dem Iran hat US-Präsident Donald Trump neue Sanktionen gegen die islamische Republik am Samstag angedeutet, gleichzeitig aber wirtschaftliche Entwicklung in Aussicht gestellt, sollte Teheran dauerhaft auf den Bau einer Atombombe verzichten. US-Außenminister Mike Pompeo sprach am Sonntag (Ortszeit) von "einer Koalition, die sich nicht nur über die Golfstaaten erstreckt, sondern auch über Asien und Europa".

Die geplante Koalition gegen den Iran soll nach den Worten des US-Außenministers bereit sein, den "größten Sponsor des Terrors auf der Welt" zurückzudrängen, sagte er vor einer Reise nach Saudi-Arabien und in die Vereinigten Arabischen Emirate. Netanjahu begrüßte die geplanten neuen Sanktionen als wichtigen Schritt gegen die "iranische Aggressionskampagne". Die beiden hätten über die jüngsten Ereignisse gesprochen. Ein hochrangiger iranischer General erklärte, dass bei einem möglichen Konflikt "kein Land in der Lage sein würde, seinen Umfang und seinen Zeitplan zu kontrollieren".

"Sollten wir eine umfassende Einigung erzielen, wären die Vereinigten Staaten bereit, die Sanktionen aufzuheben und die abgebrochenen diplomatischen Kontakte wiederherzustellen, aber zuerst muss es einen Deal geben", sagte Hook gegenüber Journalisten.

Diese neue weltweite Koalition erinnert an die "Koalition der Willigen", die den Angriff der USA auf den Irak im März 2003 unterstützte. Der damals unbewiesene Vorwurf der USA lautete, dass Saddam Massenvernichtungswaffen produziere und diese auch einsetzen wolle. Der Iran meldete unterdessen, dass zahlreiche Cyber-Angriffe der USA abgewehrt worden seien.

Am 13. Juni hatten Angriffe auf zwei Öltanker in der Region die Spannungen den USA und dem Iran erheblich angeheizt. Die USA wollen das Land demnach daran hindern, Atomwaffen und Raketen zu bauen und damit dafür sorgen, dass US-amerikanische Interessen gewahrt würden und Amerikaner weltweit sicher seien. In einem am Sonntag ausgestrahlten Interview des Senders NBC sagte Trump allerdings auch, er sei "ohne Vorbedingungen" zu Gesprächen mit Teheran bereit.

Die seit Monaten andauernden Spannungen zwischen Iran und Amerika hatten sich Ende vergangener Woche gefährlich zugespitzt. Iran schoss am Donnerstag eine Aufklärungsdrohne ab, die nach Angaben aus Teheran den Luftraum des Landes verletzt hatte. Nach US-Angaben flog das unbemannte Flugzeug dagegen in internationalem Luftraum. Trump hatte einen für Freitag vorbereiteten Gegenschlag nach seinen Worten wenige Minuten vor dessen Ausführung gestoppt. Trump will die Führung in Teheran mit härtesten Wirtschaftssanktionen zwingen, einer Neuverhandlung und schärferen Auflagen zuzustimmen. Der Ölsektor ist die Haupteinnahmequelle des Landes. Am heutigen Montag würden "bedeutende zusätzliche Sanktionen" verkündet, kündigte Trump per Twitter an. "Was will er (Trump) denn noch sanktionieren?"

Trump sagte, sein Ziel sei, dass Iran dauerhaft über keine Atomwaffen verfüge. Das internationale Atomabkommen mit dem Iran - aus dem die USA im vergangenen Jahr ausgestiegen waren - gewährleiste das nicht. Dagegen wollen die anderen Unterzeichnerstaaten - die vier UN-Vetomächte Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland - an der internationalen Vereinbarung festhalten.

Die Führung in Teheran bestreitet, dass sie Atomwaffen entwickeln wolle. Trump will den Iran unter anderem dazu zwingen, mit einem erweiterten Atomvertrag auch Beschränkungen bei seinem Raketenprogramm zu akzeptieren. Iranische Raketen können derzeit Israel und arabische Verbündete der USA treffen.

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