Facebook will Libra zum globalen Zahlungsmittel machen

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In einem Whitepaper beschreibt der Konzern, wie Nutzer auf der ganzen Welt von Libra profitieren sollen: "Die Welt braucht unbedingt eine zuverlässige digitale Währung und Infrastruktur, die gemeinsam das Versprechen eines 'Internet des Geldes' einhalten können". Facebook werde jedoch keinen Zugang zu den Transaktionsdaten haben, versicherte Marcus. Nach Vorstellung von Facebook soll "Libra" für Käufe über seine Plattform genutzt werden, aber auch allgemein im Internet einsetzbar sein, so das WSJ.

In der Anfangszeit dürfte das Digitalgeld vor allem für Überweisungen zwischen verschiedenen Währungen eingesetzt werden, sagte Marcus. Die Vision sei aber, die Libra schließlich zu einem vollwertigen Zahlungsmittel für alle Situationen zu machen.

Laut einem Bericht des Wall Street Journal (WSJ) wird Facebook am Dienstag angeblich seinen eigenen "Bitcoin" namens "Libra" ankündigen. Zwar hat Facebook Libra entwickelt, verwaltet werden soll das digitale Geld jedoch von dieser Allianz - in der Facebook nur eines von 28 Mitgliedern ist. Partner aus der Geschäfts- und Finanzwelt unterstützen das Vorhaben, Facebook nannte hier Unternehmen wie Mastercard, Visa und PayPal sowie Vodafone, eBay und Uber. Facebook werde keine Sonderrolle in der Organisation genießen, betonte er.

Facebook lässt keinen Zweifel daran, dass Libra am Ende eine globale Währung werden soll, mit der man genauso wie mit dem heutigen Geld alles und überall kaufen kann. Marcus verweist auf Länder mit hoher Inflation und schlecht ausgebauten Banksystemen - dort könne eine Digitalwährung wie Libra eine viel größere Rolle spielen, "weil sie eine Lösung für viele Probleme bieten kann". In China wird Libra nicht verfügbar sein. Facebook steht insbesondere nach dem Skandal um Cambridge Analytica unter massivem Druck, den Datenschutz zu verbessern. Um Libra nutzen zu können, wird man eine eigene App benötigen, diese heißt Calibra (offiziell ein Tochterunternehmen). "Transaktionen enthalten keine Verbindung zur Identität der Nutzer in der realen Welt", hieß es in einem Papier. Für Unternehmen, die Gründungsmitglieder der Libra-Allianz werden wollen, wurde eine Hürde gesetzt: Sie müssen einen Marktwert von mindestens einer Milliarde Dollar oder mehr als 20 Millionen Kunden haben.

Diese Firmen werden dem sozialen Netzwerk als Investoren zur Seite stehen und jeweils mit zehn Millionen Dollar einsteigen, schreibt das WSJ unter Berufung auf "mit der Sache" vertraute Personen. Dabei ist die Gesamtzahl der Bitcoin, die produziert werden können, beschränkt. Das steigert den Energieverbrauch, und das knappe Angebot kann für Preissprünge sorgen. Auch dank Gerüchten über Facebooks Pläne stieg der Bitcoin-Kurs zuletzt wieder über 9.000 Dollar. "Wir haben eine Blockchain entwickelt, die sich an die Anforderungen von Milliarden Menschen anpassen kann", sagte Marcus.

"Wir verwenden dieselben Überprüfungs- und Betrugsbekämpfungsverfahren wie Banken und Kreditkarten und verfügen über automatisierte Systeme, die die Aktivitäten proaktiv überwachen, um betrügerisches Verhalten zu erkennen und zu verhindern", sagt Facebook. Beim Online-Netzwerk war er zunächst für den Chatdienst Messenger verantwortlich, bis ihn Zuckerberg mit dem Blockchain-Projekt betraute.

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