Deutsche Bank plant angeblich milliardenschwere Bad Bank - Aktie profitiert

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Zu Handelsbeginn sorgte die Nachricht, dass die Deutsche Bank im Zuge ihrer Umstrukturierung eine milliardenschwere Bad Bank plane, für ein Kursplus von über 3 Prozent.

Jetzt denkt offenbar auch die Deutsche Bank über die Einrichtung einer "Bad Bank" und damit einer separaten Abwicklungseinheit für kritische Vermögenswerte nach.

Der Aktienkurs notiert nahe sechs Euro, ihre Kreditwürdigkeit ist nach jüngsten Experteneinschätzungen nur noch zwei Stufen von Ramsch entfernt: Die Deutsche Bank befindet sich in einer der schwierigsten Phase ihrer Geschichte. Ziel sei es das Aktien- und Zinshandelsgeschäft außerhalb Europas deutlich zu verkleinern oder sogar komplett aufzugeben.Dagegen solle das besser laufende Rentenhandelsgeschäft beibehalten werden, in dem die Deutsche Bank zu den fünf größten Instituten der Welt gehört, ebenso wie das Devisenhandelsgeschäft. Das Volumen solle bis zu 50 Milliarden Euro betragen.

Ganz neu sind die Spekulationen über eine "Bad Bank" nicht. Eine Bad Bank könne nur der Anfang sein. Die endgültige Entscheidung stehe noch aus.

Entsprechende Berichte dementierte das Institut am Montag nicht, betonte aber, dass man auf der Hauptversammlung Ende Mai angekündigt habe, zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen, um die Transformation zu beschleunigen und die Profitabilität nachhaltig zu steigern. So hatte die Bank Ende März den Marktwert ihrer Derivate auf 331 Milliarden Euro beziffert - die gesamte Bilanzsumme der Bank belief sich auf 1,44 Billionen Euro.

"Wir sind zu harten Einschnitten bereit", hatte Vorstandschef Christian Sewing gesagt. "Wir werden Kunden, Mitarbeiter, Aktionäre und die Öffentlichkeit sobald wie möglich über die Ergebnisse informieren", sagte ein Sprecher der Bank.

Experten gehen davon aus, dass Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing bei der Vorlage der Halbjahreszahlen am 24. Juli seine Pläne für den dringend benötigten forcierten Umbau der Bank vorlegen wird. Sewing setzt dagegen auf stabile Geschäfte wie die Transaktionsbank, die Zahlungsverkehrslösungen anbietet, und die Vermögensverwaltung mit der Fondstochter DWS. Durch die Abwicklung oder den Verkauf der Derivate im Wert 50 Milliarden Euro würde sie theoretisch Risiken minimieren. Dies hatte der JPMorgan-Analyst Kian Abouhossein, der die Bank seit vielen Jahren beobachtet, bereits Anfang Juni in einer Studie errechnet. Anhaltende Schwierigkeiten sowie ungenügende Fortschritte bei der Profitabilität und der Stabilisierung des Geschäftsmodells waren waren auch der Grund, warum die Bonitätswächter von Fitch erst vor weniger als zwei Wochen ihr Rating für die Deutsche Bank auf "BBB" verschlechterten - nur noch zwei Stufen von Ramsch entfernt. Die gebeutelte Deutsche-Bank-Aktie legte zu Wochenbeginn fast vier Prozent zu und war damit mit Abstand größter Gewinner im Leitindex Dax.

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