Donald Trump: US-Präsident beleidigt Joe Biden als "Dummkopf"

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Washington Donald Trump und Joe Biden geben in Iowa einen Vorgeschmack auf ein mögliches Duell im Präsidentschaftswahlkampf.

Trump hatte eigentlich angekündigt, seine Kandidatur für eine zweite Amtszeit erst am 18. Juni offiziell zu verkünden. Das hindert den amtierenden amerikanischen Präsidenten und seinen nach Umfragen derzeit wahrscheinlichsten demokratischen Kontrahenten bei der Wahl in 17 Monaten nicht daran, sich wie jugendliche Rabauken zu gebärden.

Mit Blick auf inner-demokratische Bedenken gegen den 76-Jährigen, der als routiniert, verlässlich aber nur noch bedingt inspirierend gilt, trat Trump im Städtchen Council Bluffs nach: Biden sei eine "Transuse", ihm fehle schlicht die nötige "Energie" fürs höchste Staatsamt. Auch Trump wollte am Dienstag für mehrere Termine nach Iowa reisen.

Im Bauern-Bundesstaat Iowa, wo im Februar 2020 der Aufgalopp um die Vergabe des demokratischen Tickets startet, gab es jetzt einen Vorgeschmack auf die Giftigkeit der Auseinandersetzung zweier weißer, alter Männer, die sich wechselseitig in solider Abneigung verbunden sind. Der Justizausschuss kündigt Klagen gegen weitere Mitarbeiter an. "Ich glaube, er ist geistig der Schwächste", sagte Trump.

Trump konzentrierte seinen Spott am Dienstag auf Biden und ließ andere mögliche Kandidaten außen vor: Ihm sei es am liebsten, wenn er 2020 gegen Biden Wahlkampf machen würde.

"Ich vermute, er ist echt fasziniert von mir", konterte Biden. "'Nur ich kann das reparieren.' - Reparieren Sie sich erstmal selbst, Donald Trump".

Biden (76) sehe anders aus als früher und sei langsamer geworden, sagte Trump.

Bei einem Auftritt in der Stadt Davenport rief er die Wähler auf, Trumps Versuchen Einhalt zu gebieten, seine Befugnisse über traditionelle Amtsbeschränkungen hinaus auszudehnen. Trump "reißt die Barrieren nieder, die seine Macht beschränkten", beklagte Biden.

Zudem griff er den Präsidenten für seine Wirtschafts- und Handelspolitik an, die Trump in Zeiten geringer Arbeitslosigkeit in den USA als seine Stärke ansieht. Er beleidigte den Demokraten unter anderem als "Dummkopf" und "Verlierer". In seiner vier Jahrzehnte andauernden Karriere als Politiker hat Biden allerdings manche Positionen vertreten, die in der nach links gerückten demokratischen Partei heute nicht mehr allzu beliebt sind. Viele Parteianhänger sehnen sich nach einer klaren linksliberalen Linie, nicht nach Versöhnung und einer vagen Politik der Mitte.

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