Erpressung: Radiohead kontern Hacker aus - Startseite

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Mit unveröffentlichten Aufnahmen rund um die Platte wollen Unbekannte die Band erpressen. Nun wehrt sich die britische Rockband Radiohead mit einer ungewöhnlichen Aktion gegen Datenklau. Dabei handelte es sich um 18 Minidiscs voller Demos aus den Sessions zu "OK Computer", dem 1997 veröffentlichten Durchbruchalbum der Band.

Das Geld möchte Radiohead der weltweiten Bewegung Extinction Rebellion spenden, die sich gegen das Massenaussterben von Tieren und Pflanzen als Folge der Klimakrise einsetzt. Im Facebook-Post bezeichnete Gitarrist Jonny Greenwood das Material allerdings als nur "am Rande interessant". Die Datendiebe hatten angeblich eine Lösegeldforderung von 150.000 Pfund gestellt, ansonsten wollten sie es veröffentlichen. "Für 18 Pfund könnt ihr herausfinden, ob wir das Lösegeld hätten bezahlen sollen", ergänzen sie mit britischem Schalk. Daher riet er davon ab, die Datei über Smartphones herunterzuladen.

Doch die Band kam den Hackern nun zuvor: Anstatt sich zu beschweren oder es zu ignorieren, veröffentlichen die Musiker alles auf Bandcamp. Und ebenso wie die Dauer der Aufnahmen 18 Stunden beträgt, soll das unverhofft veröffentlichte Bonus-Material nur 18 Tage lang zum Herunterladen verfügbar sein.

Bereits zur Veröffentlichung des illegalen Leaks hatten Fans akribische Listen über die Inhalte der unsortierten Minidisk-Archive angefertigt: Neben Probe-Aufnahmen der "OK Computer"-Songs finden sich darin auch Schlafzimmer-Aufnahmen von "Life in a Glasshouse", Beatbox-Versuche von Yorke und erste Skizzen eines Soundtracks für den James-Bond-Film "Spectre". Das Album gilt als Meilenstein der Rockmusik der 90er Jahre.

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