5G-Netzauktion: Drillisch, Telefónica, Telekom und Vodafone zahlen 6,55 Milliarden Euro

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Die vier Provider - die Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und Drillisch - bezahlen für die 5G-Frequenzblöcke insgesamt 6,55 Milliarden Euro, wie die Bundesnetzagentur mitteilte. Drillisch hat bisher kein eigenes Netz, stattdessen nutzt das Unternehmen die Antennen der Konkurrenz.

Die Aktien der Deutschen Telekom gaben auf Tradegate um 0,31 Prozent nach - die Bonner müssen am meisten bezahlen, und zwar rund 2,17 Milliarden Euro. Jetzt kann man Vollzug vermelden: Wie die Bundesbehörde laut Bericht der Welt am Mittwoch mitteilt, ging die Versteigerung der 5G-Frequenzen mit Erlösen von 6,55 Milliarden Euro zu Ende - im Vorfeld war mit 3 bis 5 Milliarden gerechnet worden. Im Nachhinein war das zu viel, da die teils hoch verschuldeten Firmen danach nicht mehr genug Geld hatten für einen umfassenden Netzausbau.

In der 5G-Auktion hat 1&1 Drillisch auf einen Block weniger geboten. Telefónica hat 1,4 Milliarden Euro in den Topf geworfen und der Neueinsteiger Drillisch war mit knapp 1,1 Milliarden Euro dabei. Sie hat für insgesamt 2,17 Milliarden Euro Frequenzen aus dem 2- und 3,6-Gigahertz-Bereich ersteigert.

Die Auktion war erforderlich, weil laut Bundesnetzagentur die Unternehmen mehr Frequenzen kaufen wollten als zur Verfügung standen.

Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, bezeichnete die Auktion in einer Pressemitteilung als Erfolg. Infografik: 5G - Hohe Erwartungen, niedrige Zahlungsbereitschaft Dass die Erträge höher als diese Schätzungen ausfallen, ist sicher auch der Tatsache geschuldet, dass erstmals nicht drei sondern vier Unternehmen auf die Frequenzen Gebote abgegeben hatten. Auch die Kritik, die Auktion habe zu lange gedauert, will der Professor nicht gelten lassen: "Die zwölf Wochen Auktion verblassen im Vergleich mit dem 5G-Ausbau, der noch Jahre dauern wird". Dieses sei "ein Dämpfer für den Netzausbau", sagte er dem SWR. "Auch diesmal ist das Spektrum in Deutschland viel teurer als in anderen Ländern". Schon während der Auktion hatten die Chefs der Netzbetreiber die Höhe der Auktionserlöse kritisiert, für die sie das Auktionsdesign verantwortlich machten. Bundesfinanzminister Olaf Scholz zeigte sich zufrieden. Die Bedingungen der Ausschreibungen seien klar gewesen. "Wir schlagen deshalb vor, dass der Bund die Einnahmen aus der Auktion in Form einer Förderung an die Unternehmen zurückgibt, um damit ein besseres Mobilfunknetz zu bauen", sagte er der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung".

Auch Ralph Dommermuth, Vorstandsvorsitzender der United Internet AG, äußerte sich nach Auktionsende positiv: "Wir haben Frequenzen ersteigert, mit denen wir in der Lage sind, ein leistungsfähiges 5G-Netz aufzubauen".

Dies ist immens wichtig für Zukunftstechnik für das autonome Fahren oder die Telemedizin - Geräte reagieren also praktisch ohne Verzögerung auf Anweisungen. Das Ringen war umkämpft und ging über 497 Runden. Dafür gab das Unternehmen 1,424 Milliarden Euro aus. Die hohen Kosten für die Firmen seien ein "Desaster für Deutschland", schließlich sollte man das Geld lieber in den Netzausbau stecken. Funklöcher von damals bestehen mancherorts bis heute.

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