Merkel im CNN-Interview: Sie will Kanzlerin bis 2021 bleiben

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In dem Interview mit CNN äußerte sich Merkel darüber hinaus zu Themen wie Populismus und Antisemitismus. Doch jetzt meldet sich Angela Merkel erstmals zu Wort - im US-Fernsehen. "Ich bin bereit, bis zum Ende dieser Legislaturperiode - das habe ich auch den Menschen versprochen - dann als Bundeskanzlerin zu arbeiten", sagte Merkel der CNN-Korrespondentin Christiane Amanpour in einem am Dienstag ausgestrahlten Interview.

Hinsichtlich des Erstarkens rechter Parteien in Europa sowie Antisemitismus "gebe es noch viel Arbeit".

Für die Union sei das Ergebnis der Europawahl "natürlich dann auch Aufforderung, noch bessere Antworten auf diese Fragen zu finden und vor allen Dingen zu sagen, dass wir uns den Zielen, die wir uns selbst gesetzt haben, auch verpflichtet fühlen", betonte Merkel weiter. Gleichzeitig bekräftigte sie, dass die Tatsache, dass ihre Partei stärkste Kraft geworden sei, eine Rolle bei der Besetzung der Positionen in der EU spielen werde.

Merkel begründete gegenüber CNN das gute Abschneiden der Grünen bei der Europawahl mit den Themen, die die Menschen im Augenblick sehr bewegen. Gerade der Antisemitismus sei für Deutschland auch keine neue Entwicklung. "Aber das hat zugenommen, und deshalb heißt es jetzt ganz klar, dass wir uns dagegen stellen müssen".

In Deutschland müssten solche Entwicklungen zudem vor dem Hintergrund der eigenen Geschichte gesehen werden. Der jungen Generation müsse erklärt werden, warum Artikel eins des Grundgesetzes so wichtig sei: "Die Würde des Menschen ist unantastbar".

Die Kanzlerin sagte: "Und ich hätte mich sicherlich nicht zu diesem Interview bereit erklärt, wenn ich nicht Lust hätte, noch ein bisschen etwas politisch zu sagen. Aber sie muss gemacht werden".

Dass es zu dem Interview kam, ist für Christiane Amanpour ein großer Erfolg. Außerdem ist Amanpour eine erklärte Bewunderin der Kanzlerin. Bei der Gelegenheit wies Amanpour auch darauf hin, dass sie Merkel "äußerst gerne einmal interviewen" würde. "Das muss jeder neuen Generation beigebracht werden". Ihre Nachfolgerin im Amt der Parteivorsitzenden, Annegret Kramp-Karrenbauer, dürfte in dieser Woche damit beschäftigt sein, eine Klausurtagung des CDU-Vorstands vorzubereiten, die am Sonntag beginnt. An der Elite-Universität Harvard im Bundesstaat Massachusetts hält sie am Donnerstag die Rede zum feierlichen Abschluss des akademischen Jahres.

Zu ihrem Verhältnis zu US-Präsident Donald Trump sagte Merkel, sie hätten kontroverse Debatten geführt, aber wenn es nötig war, Gemeinsamkeiten gefunden.

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