Wahlbeteiligung fast überall gestiegen — EU-Wahl

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Vom 23. bis zum 26. Mai stimmen die EU-Bürger über die Mitglieder des Europäischen Parlaments ab. In einem Großteil der EU-Länder wird am Sonntag gewählt, unter anderem auch in Deutschland.

Mehr als 1,4 Millionen Wahlberechtigte waren aufgerufen, ihre Stimme abzugeben.

Erwartet wird aber, dass Populisten und Nationalisten deutlich mehr Stimmen gewinnen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier rief die Deutschen zur Stimmabgabe auf. Zusätzliche Polizeikräfte mussten kurzfristig angefordert werden. Bis zum frühen Nachmittag gaben 34,8 Prozent der 4,7 Millionen Wahlberechtigten an den Urnen ihre Stimme ab, wie die Landeswahlleitung in Wiesbaden mitteilte. Zusammen mit seiner Ehefrau Susanne erschien er in seinem Wahllokal in einer Grundschule. Bei der Europawahl 2014 lag die Wahlbeteiligung zum selben Zeitpunkt bei 25,6 Prozent, am Ende betrug sie 48,1 Prozent.

Bei der Europawahl zeichnet sich eine deutlich höhere Beteiligung ab als bei der Abstimmung vor fünf Jahren.

In Polen hatten fünf Stunden nach Öffnung der Wahllokale bis 12.00 Uhr 14,39 Prozent der Wähler abgestimmt - etwa doppelt so viele wie 2014. Bereits bei der spanischen Parlamentswahl Ende April war die Beteiligung mit mehr als 75 Prozent sehr hoch. 2014 hätten bis zu dieser Zeit rund 15,70 Prozent abgestimmt.

Die Wahllokale bleiben noch bis 18.00 Uhr geöffnet. In der Republik Zypern gingen bis zum Mittag (11.00) der Wahlkommission in Nikosia zufolge 19 Prozent wählen. Das war ein Prozentpunkt mehr als vor fünf Jahren zu dieser Zeit. Das ist etwas weniger als 2014 (74,8 Prozent).

Auch in Dänemark und Polen zeichnet sich bei der Europawahl eine höhere Wahlbeteiligung ab als vor fünf Jahren. In München, Regensburg, Augsburg, Würzburg und Nürnberg gingen bis zum Sonntagmittag mehr Menschen in die Wahllokale als 2014, wie die örtlichen Wahlämter mitteilten. 2014 seien es zu diesem Zeitpunkt 31,2 Prozent gewesen. Inzwischen zeigt sich: Die Wahlbeteiligung in manchen Staaten ist tatsächlich deutlich höher als 2014.

In Berlin lag die Beteiligung bis zum Mittag bei 21,7 Prozent (2014: 17,5 Prozent). Ein Parlamentssprecher sprach von der höchsten Wahlbeteiligung bei einer EU-Wahl "seit mindestens 20 Jahren". 2014 hätten bis zu dieser Zeit rund 35,07 Prozent abgestimmt.

Im ärmsten EU-Land Bulgarien war die Beteiligung nach einer Zwischenbilanz niedriger als vor fünf Jahren. Bis 14.00 Uhr machten nach Angaben des Bundeswahlleiters 29,4 Prozent der Wahlberechtigten von ihrem Stimmrecht Gebrauch. Die Briefwähler sind bei diesen Zahlen nicht enthalten. Insgesamt hatten in Polen vor fünf Jahren knapp 23,3 Prozent der Wähler abgestimmt. Die Alternative für Deutschland liegt derzeit bei zwölf Prozent in den Umfrageergebnissen.

In der Slowakei zeichnet sich nach inoffiziellen Schätzungen von Medien und Parteien eine Wahlbeteiligung von 20 Prozent ab. Damals waren es zu diesem Zeitpunkt rund 26,4 Prozent gewesen. Bei der Europawahl können sich die Wähler für eine von 40 Parteilisten entscheiden. Dies ist um 23.00 Uhr am Sonntag der Fall, wenn auch in Italien die Wahl vorbei ist. Erste Trends und Prognosen auf Basis von Nachwahlbefragungen und Umfragen vor der Wahl liegen bereits kurz nach 18 Uhr vor. Erst danach wurden offizielle Ergebnisse erwartet.

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