Superwahltag: Deutschland und 20 andere EU-Länder stimmen ab

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Die Wahlbeteiligung bei der Europawahl ist nach Angaben des EU-Parlaments die höchste "seit mindestens 20 Jahren".

Im Keller des Rathauses bei der Entleerung der Wahlurne des Briefwahlbezirks 303 Wiesenhof: Stephan Heidemann (von links), Lars Stöbesand, Edmund Stein und Bernd Seidelmann.

Bei der Europawahl 2014 hatten CDU und CSU noch 35,4 Prozent der Stimmen geholt, die SPD 27,3 Prozent.

Der Bundeswahlleiter rief die Bürger noch am Wahltag auf, von ihrem Stimmrecht Gebrauch zu machen. Sie kann mit 42,4 Prozent der Stimmen rechnen. Im bevölkerungsstärksten Mitgliedsland Deutschland kommen CDU/CSU laut Hochrechungen nur noch auf gut 28 Prozent der Stimmen. Die rechts-liberale Regierungspartei VVD von Ministerpräsident Mark Rutte liegt bei 15 Prozent, die christlich-demokratische Partei CDA bei 12,3 und die neue Rechtspartei FvD bei 11,0 Prozent. Bei den 25- bis 34-Jährigen votierten 27 Prozent für die Grünen, hieß es in der ARD.

Die Wahllokale sind seit 8 Uhr geöffnet. Auch in 20 weiteren EU-Ländern wird abgestimmt. Ebenfalls über 1 Prozent kommt die Tierschutzpartei mit 1,83 Prozent. Bei der letzten EU-Wahl vor fünf Jahren war sie in Dänemark noch mit 26,6 Prozent stärkste Kraft.

In Wilhelmshaven wurden bislang (19:48 Uhr) 32 von 49 Bezirken ausgezählt.

Die SPD lag in Umfragen bei um die 17 Prozent. Die AfD erreichte 7,1 Prozent, die FDP 3,4 Prozent. Stärkste Kleinpartei ist die Tierschutzpartei mit 1,55 Prozent. Wie ein Parlamentssprecher sagte, liegt sie nach Prognosen für die 27 Mitgliedstaaten ohne Großbritannien bei rund 51 Prozent. Hier ergibt ein ähnliches Bild: CDU liegt mit 26,83 Prozent vor der SPD mit 24,8 Prozent. Die sozialdemokratische SPÖ erreicht 23,5 Prozent, ein leichtes Minus von 0,5 Prozentpunkten im Vergleich zur letzten EU-Wahl. In den bisher ausgezählten Bezirken liegt die Beteiligung bei 70,71 Prozent.

Auf den Posten des EU-Kommissionspräsidenten hoffen der CSU-Politiker Manfred Weber, dessen Europäische Volkspartei stärkste Kraft bleiben dürfte, sowie der Sozialdemokrat Frans Timmermans, der mit seiner Partei in den Niederlanden laut Prognosen überraschend stärkste Kraft wurde. Die Sozialdemokraten dagegen fallen auf den dritten Platz. Liberale und grüne Parteien legten zu.

Die Grünen schneiden in Deutschland mit knapp 21 Prozent zwar sensationell stark ab, europaweit können sie aber keine allzu großen Zugewinne erwarten. Hinzu kommt: Bei der zeitgleichen Landtagswahl in Bremen erlebten die Sozialdemokraten ebenfalls ein Fiasko.

Die SPD stürzt auf 15,6 Prozent ab.

Der Wahl kommt Bedeutung auch als Stimmungstest für die Bundespolitik zu. Die rechtspopulistische AfD legte von 7,1 auf etwa 10,5 Prozent zu.

Nur 13 Prozent der Slowaken gingen 2014 zur Europawahl. Die Sozialdemokraten kämen demnach auf 147 Mandate (minus 38). Auf andere Parteien entfielen laut ZDF-Hochrechnung 9,4 Prozent.

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