Indien: Modi-Partei erklärt Sieg bei indischer Parlamentswahl

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In mehr als 300 Wahlkreisen gewann nach den vorläufigen Zahlen die BJP (Bharatiya Janata Party - Partei des indischen Volkes) oder lag in Führung. Die Hindu-Nationalisten erreichten eine absolute Mehrheit der 545 Sitze im Unterhaus des Parlaments, wie nach Angaben der Wahlkommission in der Nacht zum Freitag aus der Auszählung von Hunderten Millionen abgegebener Stimmen hervorgeht. Die BJP konnte danach ihre Mandate sogar noch ausbauen.

Die oppositionelle Kongress-Partei, die jahrzehntelang die Geschicke des Landes bestimmt hatte, gewann lediglich 52 Sitze. "Es sieht nicht gut aus", räumte ein Sprecher der Partei ein. Die Aussicht auf die Wiederwahl Modis versetzte Indien-Anleger in Feierlaune. Am Sonntag war die Mammutwahl nach knapp sechs Wochen zu Ende gegangen.

Rund 900 Millionen Menschen waren in Indien wahlberechtigt - mehr als die Bevölkerung der Europäischen Union und der USA zusammen. Modi hatte auf eine Politik gesetzt, die die Interessen der Mehrheit der Hindus und der Wirtschaft ins Zentrum rückte und gegenüber dem Nachbarn Pakistan Stärke demonstrieren sollte. Im Februar hatte dann ein Anschlag mit 40 Toten in der zwischen Pakistan und Indien umstrittenen Provinz Kaschmir die Sicherheitspolitik und die Beziehungen zur Atom-Macht Pakistan zum Vorteil Modis in den Fokus der Wähler gerückt, erklärten Analysten.

Nachwahlbefragungen, die bereits auf einen deutlichen Sieg von Modis Partei hingedeutet hatten, bezeichnete der Chef der Kongresspartei, Rahul Gandhi, zuletzt als "gefälscht". Politische Stabilität sei ein wichtiger Faktor für die Anleger, sagte Fonds-Manager R Sivakumar. Es sei aber offen, ob Modi in seiner neuen Amtszeit auf Reformen setzen werde, sagte Wirtschaftsexperte Ruchir Sharma. "Indische Politiker tun dies nur in Zeiten schwerer Krisen".

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